Mit dem „Gondoliere“ über den Brenner. Teil 2: D 265/260

Von Markus Egger

Um das Jahr 1960 herum ist das Angebot im Urlauberverkehr über den Brenner geradezu explodiert. Neben dem 1959 entstandenen Saisonzug Dt 73/72 „Gondoliere“ entstand um diese Zeit herum auch der zunächst namenlose Saisonzug D 265/260 München -Pesaro. Der Zug verkehrte z.B. im Sommerfahrplan 1962 südwärts Sa und So vom 30.VI. bis 29.IX., nordwärts So und Mo vom 1.VII. bis 30.IX und führte keine Kurswagen.

Im Sommerfahrplan verkehrten vor dem ganzjährigen Stammzug D 65 München – Ancona zwei Verstärkungszüge: Dt 73 „Gondoliere“ München – Venezia und der namenlose D 265 München – Pesaro, die jedoch beide nur saisoniert verkehren. Quelle: Amtliches Kursbuch Sommer 1962.

Die ins Kursbuch eingeheftete Beilage „Neuerungen und Änderungen“ beschreibt gut die Optimierung der Saisonverkehre über den Brenner. Quelle: Amtliches Kursbuch Sommer 1966.

1966 kam es zu einer Optimierung dieser Saisonverkehre.

An der morgendlichen Lage hatte sich wenig geändert, allerdings kam ein Zwischenhalt in Rosenheim dazu, einige Zwischenhalte in Südtirol entfielen und der Stammzug endete im Regelfall bereits in Verona – womit der vom Dt 73/72 übernommene Zugname „Gondoliere“ eher eine Mogelpackung war, denn in Verona gibt’s eher wenig Gondeln. Immerhin gab es das Ziel Venedig noch als Kurswagen, ebenso gab es nun tägliche Kurswagen nach Genua. Zum Bettenwechsel am Samstag hatte der Zug sogar Kurswagen aus Dortmund und wurde über Verona hinaus bis nach Pesaro an der Adria verlängert und stellt somit in der Verkehrsbeziehung Dortmund – Adria einen Vorläufer des D 1322/1323dar.

So erschien der D 265 im Kurswagenverzeichnis des Sommerfahrplans 1966. Quelle: Amtliches Kursbuch Sommer 1966.

Ebenso gab es zum Bettenwechsel Kurswagen Dortmund – Venedig.  In der Gegenrichtung verließ der Zug nun Verona schon am Mittag und erreichte mit den gleichen Zwischenhalten wie am Hinweg München Hbf um 17:40 Uhr. Wieder dabei sind die Kurswagen aus Venedig. Sonntags startet der Zug sogar bereits um 7:00 Uhr morgens in Pesaro und wird über München hinaus direkt nach Dortmund verlängert. In diese Richtung fehlen allerdings die Kurswagen aus Genua, die unpaarig ihre Rückreise mit D 540 „Dolomiten-Express“ (noch so ein Zug mit diesem Namen…) Ancona – München antreten. Durch die Früherlegung der Rückfahrt waren somit zwei Zuggarnituren nötig und ein Tagesausflug zum Canale Grande war auch nicht mehr möglich.

Die Zugbildung des recht kurzen D 75/74 „Gondoliere“. Er war nur unwesentlich länger als der frühere Triebwagenzug. Der B für einen Reiseveranstalter nach Verona und der ABm nach Genua kehrten mit anderen Zügen wieder zurück. 1969 wurde Freitags sogar im Abschnitt München-Innsbruck anstatt einer Leerzuführung die Garnitur für D 1225 mitgeschleppt. Scan: Olaf Ott

D 1089 war – wenn auch namenlos – ein würdiger Nachfolger des Gondoliere. Münchnern bot er ein breites Spektrum an bequem erreichbaren Tageszielen in Italien. Zugbildungsplan 1971. Scan: DSO-User HOman

Doch diese Änderung war nur eine Eintagsfliege im Sommer 1966. Bereits in der nächsten Saison – 1967 – wurden die Züge wieder getrennt. Dortmund – Ancona verkehrte als , neu war ein D 75/74 München – Venezia als Wagenzug der FS, der auch wieder berechtigterweise den Namen „Gondoliere“ trug und auch südwärts den Kurswagen nach Genua aus D 265/260 erbte.Das blieb so bis 1969.

1970 wurde daraus dann der namenlose D 1089/1088 München – Firenze. Der Stammzug verkehrte nun ab Verona nach Florenz statt nach Venedig, Venedig gab es aber weiterhin als Kurswagen, ebenso wie Genua. Zusätzlich waren auch noch drei wagen nach Rom dabei, die wohl den etwas später verkehrenden D 281/280 München – Rom entlasten sollten. Alle Wagen stellte nun jedoch die DB.

Ab 1973 wurde unser Zug schon wieder reformiert. Er verkehrte nun als D 1281/1280 und sollte wohl hauptsächlich D 281/280 „Alpen-Express“  und D 1481/1480 in der Hochsaison entlasten. Der Stammzug verkehrte nun in der Relation

Der D 1281 (hier die Zugbildungs aus dem Sommerfahrplan 1976) verkehrte nur noch im Abschnitt München – Bozen täglich, weiter südlich ging’s nur noch übers Wochenende. Scan: DSO-User HOman

München – Verona, Kurswagen gab es nun in den Relationen München – Venedig und München – Merano/Meran. Nach Genua kommt man nun umsteigefrei von München aus nur noch über Nacht, nach Rom bleibt nur noch D 281/280 „Alpen-Express“. So gab es unseren Zug bis 1976, dann entfiel er.

Link zur Diskussion auf DSO:

http://www.drehscheibe-foren.de/foren/read.php?17,5743518

Vielen Dank an die DSO-User HOman, Drewer, Hubert G. Königer und Olaf Ott für die Hilfe und das zur Verfügung gestellte Material!

Stand: 11.2.2012

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