Mit dem Linienbus durch Bayern

Von Markus Egger

Diesmal gibt es hier einen etwas anderen Artikel – ich möchte Euch zeigen wie man auch mit dem Regionalbus längere Strecken zurücklegen kann. Zugegeben: Das ist nicht jedermanns Sache, nicht ganz einfach zu planen und erst recht nicht einfach umzusetzen – bietet aber dann doch ein ganz eigenes Reiseerlebnis. Hier steht das Reisen und nicht das ans Ziel kommen im Vordergund!

Die Idee

Anlass für die verrückte Idee war ursprünglich einmal ein Artikel der Zeit, in der von einer Busreise mit 43 mal umsteigen von der dänischen zur österreichischen Grenze quer durch Deutschland berichtet wird. Sowas müsste man auch mal machen. Schnell war aber klar: dafür braucht man 1. viel Zeit und 2. eine gute Planung. Denn HAFAS und EFA helfen hier nur eingeschränkt. Als Ganzes lässt sich so etwas nicht suchen, und für die Teilstrecken muss man erst mal wissen wo es Buslinien gibt, die nicht als Sackgasse enden, sondern mit anderen Linien verknüpfen und am besten auch noch ein halbwegs häufig verkehrendes Angebot aufwiesen. Die Idee geriet deshalb erst mal wieder in Vergessenheit, doch irgendwann reifte die Idee es zumindest mit einer Reise Augsburg-Bamberg, die ich sowieso öfters zurücklege, per Bus zu versuchen .

Die Planung

Wenn man Augsburg-Bamberg in HAFAS eingibt, bei den Verkehrsmitteln alle Züge abwählt, bekommt man trotzdem kein Ergebnis, da wohl mindestens ein Ausschlusskriterium, wie z.B. zu viele Umstiege, zu lange Reisedauer etc. anschlägt. Ein Blick in die relevanten Verbundfahrpläne und im Internet verfügbaren pdf-Fahrpläne offenbarte einige schwierige Bereiche, die kein gutes Busangebot haben. Und man stellt schnell fest, dass es umso schwieriger ist mit dem Bus vorwärts zu kommen, je näher man sich an Eisenbahnlinien bewegt und wenn Kreisgrenzen in schwach besiedelten Regionen zu überwinden sind. Bei der konkreten Planung waren zwei Bereiche schwierig: Wie kommt man von Süden nach Donauwörth rein und wie nähert man sich Bamberg von Süden. Diese Schwachstellen im Netz kann man meist nur Mittags im Schulverkehr überwinden. Letztendlich entstand daraus eine zweitägige Route mit Übernachtung in Dinkelsbühl. Empfehlenswert ist natürlich außerdem so zu planen, dass man seine Aufenthalte an Umsteigepunkten nach Möglichkeiten in nette Orte legt und weniger mehrstündige Aufenthalte an Haltestelle mit gefährlichen Begriffen wie Abzweigung oder Aussiedlerhof einplant;)

Meine Route für die Bustour Augsburg - Bamberg. Kartengrundlage: MapCreator.

Die durchgeführte Tour funktioniert so nur an zwei aufeinanderfolgenden Schultagen in Bayern die jeweils kein Freitag sein dürfen:

Mo, 19.3.2012
Inningen Waage ab 10:49 Linie 700 RBA
Augsburg Hbf an 11:09
Augsburg Hbf ab 11:20 Linie 502 RBA
Wertingen Marktplatz an 12:19
Wertingen Marktplatz ab 13:07 Linie 404 RBA
Allmannshofen Ort an 13:33
Allmannshofen Ort ab 13:54 Linie 3 Stadtbus Donauwörth
Donauwörth Marienapotheke 14:19
Donauwörth Marienapotheke 15:35 Linie 700 Osterreider
Wemding Johannisgraben an 16:06
Wemding Johannisgraben ab 17:12 Linie 504 Schwarzer
Nördlingen Bahnhof an 17:50
Nördlingen Bahnhof ab 18:39 Linie 501 Schwarzer
Dinkelsbühl Bahnhof an 19:16

Di, 20.3.2012
Dinkelsbühl Bahnhof ab 9:33 Linie 805 OVF
Ansbach Bahnhof an 10:37
Ansbach Bahnhof ab 12:05 Linie 716 Ströbel
Dietenhofen Rathaus an 12:40
Dietenhofen Rathaus ab 13:15 Linie 129 OVF
Neustadt (Aisch) F.A.Gymnasium an 13:47
Neustadt (Aisch) F.A.Gymnasium ab 14:11 Linie 127 OVF
Höchstadt (Aisch) Schillerplatz an 14:55
Höchstadt (Aisch) Schillerplatz ab 15:32 Linie 983 OVF
Bamberg Hohes Kreuz an 16:15

Entgegen allen Unkenrufen hat die Tour so wie geplant funktioniert und ich kann Euch hier einen Reisebericht bieten.

1. Etappe: Inningen Waage 10:49 – Augsburg Hbf 11:09, Linie 700, RBA

Hier ging es los: Meine Heimathaltestelle Inningen Waage. Um 10:49 Uhr am Montag vormittag stieg ich in die Linie 700 nach Augsburg.

Pünktlich um 10:49 Uhr ging es los in einem Setra S 315NF der RBA mit dem Kennzeichen A-RV 135. Der Bus ist für Vormittag gut besucht, auf fast jedem Zweiersitz sitzt zumindest jemand. Die kurze zwanzigminütige Fahrt führt von Inningen – dem Stadtteil am Südrand von Augsburg – bis in die Innenstadt. Hierbei wird ab Göggingen überwiegend die Straßenbahntrasse genutzt und der Bus verkehrt nach den Signalen der BOStrab. Am Königsplatz herrscht dichter PKW-Verkehr und eine ziemlich chaotische Verkehrsführung, da der Reisetag der letzte Betriebstag für den zentralen Umsteigeknoten in Augsburg vor dem großen, fast zweijährigen Umbau ist und zahlreiche vorbereitende Bauarbeiten laufen. Deswegen trift der Bus auch ein paar Minuten verpästet am Hauptbahnhof ein. Dennoch bleibt genug Zeit für ein paar Abschiedsfotos von der Straßenbahn, denn am Hauptbahnhof wird nun fast zwei Jahre lang keine Straßenbahn mehr verkehren.

2. Etappe: Augsburg Hbf 11:20 – Wertingen Marktplatz 12:19, Linie 502, RBA

Das Fahrzeug für den Kurs um 11:20 Uhr nach Wertingen stellt Auftragnehmer Kirner. Der Citaro macht Werbung für die Firma Südtank in Gersthofen.

Ein Storchenpaar hat sich schon auf dem Wertinger Kirchturm von St. Martin eingefunden.

Rechtzeitig wird der Bus auf Bussteig C bereitgestellt. Der Citaro von Kirner, Gersthofen, wird mich nach der Durchquerung von Augsburg weitgehend entlang der Staatsstraße 2036 in die frühere Kreisstadt Wertingen bringen. Die Fahrt dauert eine knappe Stunde. Auch hier ist die Nachfrage für Werktag Vormittag erstaunlich gut, es befinden sich ab Augsburg zwischen 10 und 20 Fahrgäste im Bus. Der 40-minütige Aufenthalt in Wertingen kann für einen kleinen Spaziergang durchs „Städtle“ und eine gemütliche Brotzeit auf dem Marktplatz genutzt werden, denn das Wetter hat inzwischen deutlich aufgeklart. In Wertingen ist schon der Storch angekommen, der Frühling naht!

3. Etappe: Wertingen Marktplatz 13:07 – Allmannshofen Ort 13:32, Linie 404, RBA

Angekommen in Allmannshofen. Der Setra SG321UL von Egenberger fährt noch weiter bis Nordendorf Bahnhof. Ich darf im verschlafenen Allmannshofen, der kleinsten Gemeinde im Landkreis Augsburg etwa 20 Minuten auf meinen Anschlussbus warten. Währenddessen passiert sage und schreibe ein Traktor und ein PKW die Haltestelle.

Um kurz nach 13 Uhr füllt sich der Marktplatz in Wertingen zusehends mit Schülern und um 13:07 Uhr kommt dann auch schon mein Bus der Linie 404 nach Nordendorf, den ich bis Allmannshofen benutzen werde. Bei der Abfahrt ist der Setra SG 321UL des Auftragnehmers Egenberger gut gefüllt, doch schon nach ein paar Dörfern findet sich ein Sitzplatz. Nach gut 20 Minuten gemächlicher Fahrt über weitgehend menschenleere Dörfer kann ich auch schon wieder in Allmannshofen Ort aussteigen.

4. Etappe: Allmannshofen Ort 13:54 – Donauwörth Marienapotheke 14:17, Linie 3, Stadtbus Donauwörth

Drei mal täglich traut sich der Stadtbus Donauwörth auch aus den Stadtgrenzen heraus und kommt im Schulverkehr sogar bis nach Allmannshofen im Landkreis Augsburg. Ich nutze die Rückfahrt eines solchen Kurses nach Donauwörth, die um 13:54 Uhr in Allmannshofen beginnt.

Hier kommt er, der Stadtbus Donauwörth. Zum Einsatz kommen einheitlich neue Citaro LE Ü, das abgebildete Fahrzeug gehört dem Unternehmen Osterrieder.

Im Stadtverkehr gilt ein besonderer Stadttarif. Hier Preisstufe 3.

Ich bin der einzige Fahrgast auf diesem Kurs, in dem es über kaum im ÖPNV bediente Orte wie Druisheim, Heißesheim und Auchsesheim in die Innenstadt nach Donauwörth geht. Die Haltestellen in den Orten liegen schulbustypisch abseits der Hauptstraßen auf kleinen Plätzen vor Kirchen, Feuerwehrhäusern etc. und sind häufig nur über Stichfahrten zu erreichen. Ich verlasse den Bus in Donauwörth Marienapotheke, die Haltestelle liegt auf der Reichsstraße, der Haupteinkaufsstraße von Donauwörth. Hier kann ich nun 80 Minuten Aufenthalt für einen kleinen Stadtbummel und einen Cafebesuch nutzen.

5. Etappe: Donauwörth Marienapotheke 15:35 – Wemding Johannisgraben 16:06, Linie 700, Osterrieder

Als ich gegen 15:30 Uhr an der Haltestelle Marienapotheke eintreffe haben sich schon eine Menge Schüler eingefunden die auf einen ganzen Pulk von Bussen warten, die um kurz nach halb vier Nachmittags hier vorbeikommen. Als einer der letzten Busse nähert sich dann meine Linie 700 nach Wemding: ein Setra S 431 DT! Natürlich gehe ich ins Oberdeck – denn nun steht auch eine schöne Strecke durch das herrliche Wörnitztal an.

Angekommen in Wemding Johannisgraben. Eine sehr bequeme Fahrt durch die schöne Landschaft des Wörnitztales und des Riesrandes ist zu Ende.

Osterrieder verkauft den VDR-Tarif aus Bordrechnern. Ein durchlösen nach Nördlingen war leider nicht möglich.

Leider ist die erste Sitzreihe schon durch pubertierende Schüler belegt, aber auch aus den Seitenfenstern bietet der Reisewagen schöne Sichtverhältnisse. So geht es zunächst über die B25 durchs Wörnitztal nach Harburg, worüber das herrliche Schloss thront. Weiter geht es über kleinere Straßen am Riesrand entlang ins Städtchen Wemding.

6. Etappe: Wemding Johannisgraben 17:12 – Nördlingen Bahnhof 17:50, Linie 504, Schwarzer

Warme Nachmittagssonne und gute Aussicht auf die Wemdinger Altstadt. So kann man schon mal ganz gemütlich auf seinen Bus warten.

In Wemding blieb etwa eine Stunde Zeit für einen kleinen Stadtbummel durch das komplett ummauerte, romantische Städtchen und eine kleine Rast an einem Fischteich.

VDR-Tarif aus dem Almex von Schwarzer. 4,- € kostet die Strecke Wemding - Nördlingen.

Um 17:12 Uhr ging es dann mit der Linie 504 weiter nach Nördlingen, es rollt ein Citaro Facelift ein. Spannend wurde es gleich beim Einstieg, die Fa. Schwarzer verkauft noch aus dem Almex, wie man ihn von früher vom Bahnbus kennt. Vier Fahrgäste, darunter zwei Schüler war die überschaubare Besetzung. Dann ging es erst mal 10 Minuten  auf gerader Strecke durchs brettebene Ries und wir erreichen den Ort Fessenheim um 17:22 Uhr – planmäßige Abfahrt ist aber erst um 17:36 Uhr! Wir haben nämlich ziemlich abkürzen können, da für die nur zum Ausstieg bedienten Orte Rudelstetten, Bühl, Wörnitzostheim und Alerheim kein Bedarf bestand. Also fährt der Fahrer in die Haltestellenbucht und macht den Motor aus. Wir warten dann brav die 14 Minuten ab, während draußen der Feierabend- und Treckerverkehr durchs Ries tobt – ziemlich meditativ… Pünktlich um 17:36 gehts wieder los und es geht noch mal gut 10 Minuten in flotter Fahrt bis zum Bahnhof Nördlingen.

Angekommen in Nördlingen am Bahnhof um 17:50 Uhr. Der Citaro von Schwarzer rückt wohl ein.

7. Etappe: Nördlingen Bahnhof 18:39 – Dinkelsbühl Stauferwall 19:18, Linie 501, Schwarzer

In Nördlingen bleiben 40 Minuten Zeit, die u.a. für einen Blick über den Zaun ins Bayerische Eisenbahnmuseum genutzt werden. Rechtzeitig wird dann auch schon der letzte Bus für heute für mich bereit gestellt.

Es dämmerte schon sehr als sich der Citaro von Schwarzer auf dem Busbahnhof für die Fahrt nach Dinkelsbühl auf dem modernen Busbahnhof von Nördlingen am Bahnhofsvorplatz bereitstellt.

Leider schlecht zu lesen, da die Stempelfarbe wohl schon schwach war. Der Almex-Fahrschein Nördlingen-Dinkelsbühl.

Es ist auch die letzte abendliche Verbindung nach Dinkelsbühl, die ab Nördlingen immerhin von knapp 10 Fahrgästen genutzt wird, von denen die meisten aber schon bald nach Nördlingen wieder aussteigen. Auf der Linie 501 werden auch noch Schienenfahrausweise anerkannt und BahnCard-Rabatt gewährt, da es sich hierbei um eine frühere Bahnbusstrecke handelt, die für die stillgelegte Bahnstrecke eingerichtet worden war. So gibt es für mich aus dem Almex einen Fahrschein mit 50%-BahnCard-Rabatt. Nördlingen-Dinkelsbühl kostet mich so nur 2,50 €. In ziemlich flotter Fahrt geht es weitgehend über die B25, ab und zu aber auch kreuz und quer durch die Dörfer nach Dinkelsbühl, das dennoch mit einigen Minuten Verspätung erreicht wird.

8. Etappe: Dinkelsbühl Gymnasium 9:33 – Ansbach Inselwiese 10:41, Linie 805, OVF

Mein Hotel in Dinkelsbühl.

In Dinkelsbühl angekommen ging es erst mal ins Hotel, wo ich nach einem guten Abendessen eine ruhige Nacht mitten in der historischen Altstadt verbingen konnte. Nach dem Frühstück blieb noch Zeit für einen kleinen Stadtrundgang, bevor um 9:33 Uhr die Abfahrt anstand.

Für Tag 2 reichte mir eine Fahrkarte - eine Tageskarte des VGN.

Ein Setra S 415NF der OVF sollte mich in die mittelfränkische Bezirkshauptstadt Ansbach bringen. Auch auf dieser Linie war einiges Los. Neben dem üblichen Vormittagspublikum (Hausfrauen, Rentner) fanden sich im Bus durchaus auch Langstreckenfahrgäste (Dinkelsbühl-Osnabrück z.B.). Die Linie weist einen vertakteten Fahrplan an 7 Tagen die Woche auf und ist auf die ITF-Knoten ausgerichtet (Ansbach 15/45, Feuchtwangen 00, Dinkelsbühl 30). Es gibt mit dem VGN einen attraktiven Verbundtarif, aber auch Schienenfahrausweise, die dort Gültigkeit haben, wurden mehrfach angetroffen. Es geht relativ flott ohne große Umwege über die Bundesstraße nach Ansbach.

Haltestellen bis an den Horizont in Dinkelsbühl Gymnasium, Vormittags um halb zehn. Mittags um 13 Uhr dürfte es hier anders aussehen;)

9. Etappe: Ansbach Bahnhof 12:05 – Dietenhofen Rathaus 12:40, Linie 716, Ströbel

In Ansbach konnte der 80-minütige Aufenthalt erneut für einen Stadtbummel und fürs Nachschubfassen (Wasser…) genutzt werden, bevor am Bahnhof die Weiterfahrt mit der Linie 716 der Fa. Ströbel anstand. Auf der Linie 716 gilt interessanterweise – obwohl mitten im VGN-Gebiet – weiterhin der Haustarif Ströbel, nur für Fahrten über die Linie hinaus gilt der VGN-Tarif, womit meine Tageskarte natürlich galt.

Ströbel bot einen Setra S 417UL in ansprechendem himmelblau auf.

Im Bus gabs die übliche Mischung um 12: Ein paar Schüler sowie Rentner und Hausfrauen auf dem Heimweg aus der Stadt. So ging es über idyllische fränkische Dörfer bis nach Dietenhofen – übrigens die Heimat von herpa, dem Modellautohersteller.

10. Etappe: Dietenhofen Rathaus 13:15 – Neustadt (Aisch) F.A. Gymnasium 13:47, Linie 129, OVF

Nur kurz war der Aufenthalt in Dietenhofen, bevor es mit der Linie 129 Richtung Neustadt(Aisch) weiterging. Der Kurs war mal wieder eine Rückführung nach einem Schülerkurs, so war ich von Dietenhofen bis Markt Erlbach der einzige Fahrgast, bis dann noch ein älteres Ehepaar zustieg. Kreuz und quer links und rechts der Hauptstraßen führte der Weg durch die Dörfer  – erneut in einem Setra S415 NF der OVF. Fahrgastunfreundlich endet der Kurs bereits am Friedrich-Alexander-Gymnasium in Neustadt(Aisch) – und somit direkt am Ortsrand. Wer ins Stadtzentrum will darf einen wohl 10 minütigen Fußmarsch antreten – das war aber übrigens bei diesem Kurs schon in den 1980er-Jahren genau so.

Deutschland fährt schwarz - ich nicht! Direkt nach der Ankunft am Friedrich-Alexander-Gymnasium in Neustadt(Aisch) fährt mein Bus - der Wagen 820 der OVF - wieder zurück nach Dietenhofen.

Da glücklicherweise mein Anschlussbus ebenfalls ab dem Gymnasium verkehrte musste ich mich nicht auf den Weg machen sondern konnte die gut 20 Minuten an der Haltestelle abwarten.

11. Etappe: Neustadt (Aisch) F.A. Gymnasium 14:11 – Höchstadt (Aisch) Schillerplatz 14:55, Linie 127, OVF

Mein Folgebus ließ jedoch auf sich warten – Minute um Minute verstrich, und wenn nicht ein Schwung Schüler um mich herum auf den selben Bus gewartet hätte, hätte ich mir wohl Sorgen machen sollen. Dann kam er aber doch mit einiger Verspätung herbei – erstmals durfte ich auf meiner Tour MAN fahren, mit einem A20 Lion’s City der OVF ging es nun in den Aischgrund. Der Fahrer bemühte sich fleissig die Verspätung zu reduzieren – es ging mit ziemlich zackigem Fahrstil lienks und rechts der Bundesstraße durch diverse Dörfer. Zügig leerte sich der Bus auch wieder, die letzten Kilometer über die Kreisgrenze war ich dann mal wieder alleine im Bus. Die Ankunft war aber immer noch 5 Minuten zu spät, die Fahrzeit scheint recht knapp zu sein.

Kurz vor der Kreisgrenze wirds leer im Bus. Ausnahmswiese wird auch mal nicht zackig um die Ecke gebogen - die Ampel ist rot.

Vor meiner letzten Etappe konnte ich mir in meinem 30-minütigen Aufenthalt dann nochmal bei herrlichem Sonnenschein auf dem Marktplatz von Höchstadt (Aisch) einen Tee und eine Mohnschnecke gönnen.

12. Etappe: Höchstadt (Aisch) Schillerplatz 15:32 – Bamberg Hohes Kreuz 16:15, Linie 983, OVF

Fast pünktlich erschien der letzte Bus meiner Reise – ein 22-Sitzer Neoplan des Auftragunternehmers Vogel (Höchstadt). Die Kapazität war perfekt ausgenutzt: knapp 20 Schüler, eine Dame und meine Wenigkeit wollten mitfahren. Mit diesem Fahrzeug ging es beschaulich über die herrliche fränkische Landschaft – beim Bergfahren war dann fast Blumenpflücken während der Fahrt erlaubt – der Neoplan kam auf einigen Steigungen kaum mehr über 30km/h hinaus… Gehalten wurde unter anderem auch direkt am bekannten Schloss Weissenstein in Pommersfelden. In Frensdorf stieg mit der Dame der letzte Fahrgast außer mir aus und so hatte ich auf den letzten Kilometern mal wieder einen Bus für mich allein. Gegen 16:20 Uhr wurde dann leicht verspätet die Haltestelle Bamberg Hohes Kreuz erreicht – mein Ziel.

Ein süßes Fahrzeug auf großer Tour. Der Neoplan von Vogel im großen Überlandeinsatz.

Fazit

Bus fahren ist spannend. Man ist so mitten im Leben. Es umweht einen noch der Hauch von Abenteuer. Die Rückfahrt habe ich im direkten ICE einige Tage später in 2 Stunden Fahrzeit absolviert. Der Hinweg dauerte fast 30 Stunden. Aber ich werde mich wohl in einigen Jahren nur noch an die Busfahrt, nicht aber an die Zugfahrt erinnern. Und das dürfte nicht die letzte Langstreckentour im Regionalbus gewesen sein.

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3 Antworten zu Mit dem Linienbus durch Bayern

  1. stuttgartlocation schreibt:

    Super Idee 🙂 Gibts auch schon eine Route für Baden-Württemberg?

    • histoliga schreibt:

      Hallo!

      Danke für das Lob – Augsburg – Stuttgart habe ich schon mal grob erarbeitet, das geht sogar an einem Tag:
      Augsburg Hbf 6:00
      Krumbach an 7:21 ab 8:26
      Ulm ZOB an 9:56 ab 12:00
      Ehingen Busbf an 12:55 ab 13:12
      Münsingen Bf an 13:47 ab 14:00
      Bad Urach Bf an 14:21 ab 15;:17
      Eningen Geißbergstr an 15:50 ab 16:01
      Reutlingen Listplatz/Hbf an 16:22 Unter den Linden/Hbf ab 16:51
      Bernhausen Nord-West-Ring an 17:39 ab 17:51
      Stuttgart-Degerloch ZOB an 18:20

      Dann am besten ganz uncool weiter mit der Zahnradbahn…

  2. Günter schreibt:

    Das faszinierende an der Linie 716 nach Dietenhofen: Der Verkauf der Tickets des Haustarifs. Ein Spektakel!

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