Mit dem „Postzug“ von Karlsruhe/Stuttgart nach München: Teil 1: 1949-1969

Von Markus Egger

Als einer der ersten Artikel wurde hier schon der „Postzug“ von Nürnberg nach München vorgestellt, einen ähnlichen Zug gab es auch von Karlsruhe bzw. Stuttgart nach München – beide Züge hatten auch ein Rendezvouz zum Wagenaustausch in Augsburg Hbf.

Im Abschnitt Karlsruhe – Ulm bot DUS 607/608 eine attraktive Tagesrandverbindung, östlich Ulm war der Zug nur was für hartgesottene Nachtaktive. Insbesondere der tiefnächtliche Halt in Maisach erstaunt.

Auch der hier behandelte Zug entstand in der unmittelbaren Nachkriegszeit, im Winterfahrplan 1949/50 taucht er erstmals im Kursbuch der DB auf, er muss jedoch schon einige Zeit vorher ohne Kursbuchveröffentlichung verkehrt sein (nachweisbar 1948 als DUS ohne Kursbuchveröffentlichung aber mit teilweise Postbeförderung im Postkursbuch nachweisbar).

Der Zug bedient im wesentlichen die klassischen Schnellzug- stationen der Magistrale Karlsruhe – Stuttgart – Mün- chen. Etwas aus der Reihe tanzt der tiefnächtliche Halt in Maisach, eventuell könnte aber

Für 1953 liegt mir nur der Fahrplan östlich Ulm vor. Zug und Gegenzug kreuzen nun in Augsburg Hbf.

der Halt durch den Nahe Maisach gelegenen Fliegerhorst Fürstenfeldbruck motiviert gewesen sein, den damals die US Air Force betrieb. Im Sommer 1952 nannte sich unser Zugpaar Db 80607/80608 (Db = Schnellzug für die Besatzungsmacht mit einzelnen Wagen für den deutschen Zivilverkehr). Zum Winterfahrplan 1952/53 war dann offensichtlich der US-Auftrag des Zuges entfallen, er verkehrte als D 607/608 in fast unveränderter Zeitlage. Zum Sommerfahrplan 1953 war der Zug in einen Eilzug mit gleicher Zugnummer umgewandelt worden. Das Grundkonzept war unverändert, der Zwischenhalt in Maisach allerdings war nun entfallen, dafür gab es nun Halte in München-Pasing sowie westwärts in Neu-Ulm. Der Zug führt nun auch die 2. Wagenklasse.

1957 verkehrte der E 607/608 nur noch im Abschnitt Stuttgart – München.

Zwischen 1953 und 1957 entfiel der E 607/606 im Abschnitt Karlsruhe – Stuttgart. Westwärts entfiel der Halt in München-Pasing wieder, dafür kam ostwärts neu ein Halt in Stuttgart-Bad Cannstatt hinzu. Der Zug führte nach der KLassenreform nun die 1. und 2. Wagenklasse. Die Fahrlage des Zuges hatte sich immer mehr in die Nacht hinein verschoben. Abfahrt in Stuttgart war nun erst um 23:55 Uhr, damit über eine halbe Stunde später als 1949. Bis 1962 gab es dann nur wenig Änderungen am Zug, es gab nochmals eine kleine Beschleunigung und der Halt in

1966 konnte man zumindest ostwärts wieder ab Karlsruhe reisen, wenn auch nur noch mit einer Kurswagenverbindung, die über 40 Minuten Standzeit in Stuttgart Hbf hatte.

Stuttgart-Bad Cannstatt entfiel zunächst wieder. Für 1962 ist die Bespannung des E 608 mit Augsburger E17 auf dem Gesamtabschnitt überliefert.

Bis 1966 dann konnte man wieder ab Karlsruhe durch die Nacht nach München reisen. E 4719 (Karlsruhe ab 21:54 Uhr) brachte mit Zwischenhalten in Karlsruhe-Durlach, Pforzheim Hbf, Mühlacker, Bietigheim (Württ) und Ludwigsburg Kurswagen nach Stuttgart. In der Gegenrichtung gab es weder eine Kurswagenverbindung noch einen brauchbaren Anschluss nach Karlsruhe. In Ostwärtiger Richtung kam auch der Halt in Stuttgart-Bad Cannstatt hinzu, auch in Maisach wurde nun (zumindest ostwärts) wieder gehalten!

Für 1966 liegt mir das Beförderungsbuch (Ladex) vor, das die Beförderungsaufgaben unseres E 607 für Expreßgut beschreibt.

Das „Ladex“ von 1966: Ein Dm mit einem Fahrladeschaffner kommt mit dem E 4719 aus Karlsruhe, ein weitere Dm läuft als Expreßgutkurswagen Stuttgart – Nürnberg, ein Gehs läuft als Expreßgutkurswagen Nürnberg – München. An nS auf nnS gibt es noch einen MD Stuttgart – München. Am Wochenende ist unser Zug oG (ohne Gepäckbeförderung). Quelle: Ladex Sommerfahrplan 1966.

Für den Sommerfahrplan 1969, als der Zug letztmals vor einem Zugnummernwechsel als E 607/606 verkehrte liegt mir dank DSO-User Plumps ein Zugbildungsplan vor.

Fast jeder Wagen hat eine andere Verkehrsbeschränkung, man könnte fast meinen dass es 365 verschiedene mögliche Zugbildungen für den Zug in einem Jahr gibt. Den Sitzwagenteil bilden zwei Mitteleinstiegswagen, Sa und nS verstärkt durch einen Silberling, der jedoch nur der Rückführung eines Verstärkungswagens im Tageseilzug München (ab 18:30) – Heilbronn dient, der Fr und So gegen 22 Uhr in Stuttgart zurückbleibt. In Augsburg werden einige Wagen es dem E 648 aus Nürnberg übernommen. Scan: DSO-User Plumps.

In der nächsten Folge geht es dann um die Jahre ab 1970.

Vielen Dank an die DSO-User Eurocity341 und Hubert G. Königer für die Mithilfe. Link zur Diskussion auf DSO. http://www.drehscheibe-foren.de/foren/read.php?17,5917327,5917327#msg-5917327

Möglichkeiten zur Mithilfe:

  • – Fahrpläne anderer Jahre
  • – Zugbildungspläne, Bespannungen
  • – Geschichten, …

Stand: 28.5.2012

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