Mit dem Postzug von Karlsruhe/Stuttgart nach München: Teil 3 1984-Ende

Von Markus Egger

D14165/14164 bedient die Halte zwischen Karlsruhe und Stuttgart sowie Stuttgart-Bad Cannstatt, Neu-Ulm und Mering nur bedarfsorientiert für Nachtschwärmer.

Ab 1984 wurde unser „Postzug“, der bisher jahrzehntelang als Eilzug zuletzt unter der Nummer E 2365/2364 gelaufen war als D 14165/14164 unter der Nummer eines ExprD im Kursbuch veröffentlicht. Inhaltlich änderte sich außer Minutenschiebereien jedoch nichts.

D 14165 beginnt wie gehabt bereits in Karlsruhe und hat größere Rangieraufenthalte in Stuttgart Hbf, Ulm Hbf und Augsburg Hbf. D 14164 ist eine interessante Verbindung für Nachtschwärmer nach Mering und Neu-Ulm, endet aber bereits in Stuttgart, eventuell weil die Personenwagen dann für den Berufsverkehr gebraucht werden.

Ab Sommer 1985 entfällt dann der Halt in Stuttgart-Bad Cannstatt, ab 1987 entfällt die Gepäckbeförderung vollständig, ansonsten belibt der Fahrplan bis auf Verschiebungen um ein paar Minuten identisch.

Der Personenwagenteil des D 14164 besteht 1990/91 aus einem Bnrz und einem ABm, Montags laufen noch zwei Bm Ulm-Stuttgart mit, nS drei Bm München-Augsburg. Quelle: Entwurf zum ZpAR 1990/91.

Ostwärts erhält unser Zug 1991 an Sonn- und Montagen unter der Nummer 14019 eine deutlich beschleunigte Fahrplanlage. Dies dürfte durch an diesen Tagen deutlich reduzierte Postbeförderung bedingt sein. In der Gegenrichtung bleibt alles beim Alten.

Erst zum Jahresfahrplan 1991/92 gibt es größere Änderungen. Westwärts gibt es nun eine gesplittete Fahrlage, an Sonn- und Montagen fährt der Zug als D 14019 früher und mit gekürzten Aufenthalten nach München. Der Abschnitt Karlsruhe – Stuttgart entfällt wieder, hier verkehrt nun ein Eilzug auf dem dort neu eingerichteten Eilzugtakt als Zubringer. In der Gegenrichtung bleibt weiterhin alles beim Alten.

1992/93 verkehrt unser Zug westwärts etwa 30 Minuten früher und verliert die 1. Wagenklasse. Die Abstufung zum Eilzug hat nur symbolischen Charakter, an der Haltepolitik ändert sich nichts.

1992/93 wird unser Zug dann wieder zum Eilzug degradiert, er fährt nun mit einer ExprE Zugnummer im Kursbuch veröffentlicht als E 39265/39264 bzw. So und Mo ostwärts als E 39019. Gleiczeitig verliert der Zug auch die 1. Wagenklasse, was aber erst nachträglich mit dem Fahr- planmitteilungsblatt be- kannt gegeben wird. Ostwärts erhält er zudem eine etwa 30 Minuten frühere Fahr- lage.

Zum Jahresfahrplan 1994/95 gab es dann wieder kleinere Änderungen. E 39019 nannte sich nun D 39019, verkehrte aber wiederum identisch, E 39264 nannte sich nun D 39264, Montags hieß der ehemalige E 39264 nun D 1990 bei allerdings zeitgleicher Fahrlage wie D 39264, der Di-So verkehrte. Einzig E 39265 verkehrte also noch als Eilzug. D 39019, 39264 und 1990 führten weiterhin nur die 2. Wagenklasse. Bei D 39264 und D 1990 kam ein zusätzlicher Halt in München-Pasing hinzu, sonst gab es nur Verschiebungen im Minutenbereich.

Im Zug der Umwidmung in einen Interregio wird vor allem die Rückfahrlage von München nach Stuttgart umgestaltet. Wer mit dem Zug durchgehend von München nach Stuttgart will hat nun einen knapp zweistündigen Aufenthalt in Ulm, der aber immerhin wohl im Zug verbracht werden konnte, im Kursbuch ist die Durchbindung vom IR 2090 auf den IR 2290 als Kurswagen dargestellt.

Zum Jahresfahr- plan 1995 verlor der Zug dann die (alle oder meis- ten?) Bahnpost- aufgaben, was zu einer umfangrei- chen Neustruk- turierung Anlass gab. Der Zug wurde nun zu einem Interregio aufgestuft. Täglich außer Montag hat IR 2091 westwärts einen 10-minü- tigen Aufenthalt, der noch zum Rangieren eines Postwagens ge- nutzt worden sein könnte (Wer weiß mehr?), Montags heißt der Zug IR 2099 und fährt später ab Stuttgart und hat nur 4 Minuten Aufenthalt in Ulm. In Augsburg ist auf jeden Fall die Postbehandlung entfallen. Auf dem Rückweg fährt IR 2090 nur noch sonntags durchgehend von München nach Stuttgart. An den restlichen Tagen pausiert die Garnitur in Ulm Hbf knapp 2 Stunden um dort in IR 2290 überzugehen, der eine schnelle Frühverbindung von Ulm nach Stuttgart bietet. Dieser Übergang in Ulm ist im Kursbuch als Kurswagen ausgewiesen, so dass wohl der Aufenthalt im Zug in dieser Zeit möglich war. Die Halte Neu-Ulm und Mering werden nun bei diesem Zugpaar systematisch in beide Richtungen bedient – obwohl sie sonst keine regelmäßigen IR-Halte sind.  Der Halt in Esslingen (Neckar) entfällt dagegen. Wie die anderen IR auch, bietet der Zug nun Fahrradbeförderung (reservierungspflichtig) an.

Was mag wohl der Grund dafür gewesen sein, dass der IR im Sommer 1996  Montags eine schnellere Fahrzeit bis Ulm hatte als an den anderen Tagen?

Doch schon im Sommer 1996 gibt es weitere Veränderungen und Einschränkungen an dem Zugpaar. Zwar ist nun an allen Wochentagen in Stuttgart Hbf die Abfahrt um 0:27. Außer Montags ist der Zug jedoch 7 Minuten langsamer nach Ulm unterwegs, ab dort besteht wieder eine einheitliche Fahrlage täglich als IR 2099. In der Gegenrichtung entfällt der Frühzug Ulm-Stuttgart, nun wird IR 2090 täglich außer Montag (also genau an den Tagen an denen er es bisher nicht war!) nach Stuttgart durchgebunden, Montags gibt es kein Angebot mehr im Abschnitt Ulm – Stuttgart. Vermutlich hat die Durchbindung nach Stuttgart bei IR 2090 nur noch Umlaufzwecke.

Im Kursbuch des Jahresfahrplanes 1997/98 sind die Züge zwar noch aufgeführt, allerdings verkehren sie nur noch wenige Tage dieses Fahrplanabschnittes. Ostwärts verkehrt IR 2099 nur noch vom 21.IX.1997 bis 5.X.1997. Westwärts verkehrt IR 2090 noch bis 6.X. Nach diesem Datum verkehrt von den Resten dieses Zugpaares nur noch der IR 2299 Montags um 0:34 von Stuttgart Hbf bis Ulm Hbf (1:35), ansonsten ist unser „Postzug“ Geschichte geworden. Auf der Strecke Stuttgart – München (jedoch mit Zwischenhalten nur in Augsburg und Ulm) gab es nur etwa 30 Minuten versetzt weiterhin eine Fahrtmöglichkeit mit D 263/262 „Orient-Express“ Paris – Budapest.

Ein kümmerlicher Rest des Postzuges lebt noch eine Zeitlang im IR 2299 fort.

Auch im Jahresfahrplan 1998/99 verkehrt dieser IR 2299 in der Nacht von Sonntag auf Montag noch, er ist umlauftechnisch notwendig, da in der Gegenrichtung IR 2094 Salzburg – Ulm in dieser Nacht nicht in Ulm um 23:44 Uhr endet sondern nach Stuttgart Hbf (an 0:47 Uhr) durchgebunden wird. Die Fahrradbeförderung wird bei diesem Zug nur im Sommerfahrplanabschnitt angeboten. Sogar der Halt in Stuttgart-Bad Cannstatt wird wieder angeboten! Zum Jahresfahrplan 1999/2000 stirbt dann auch dieser Rest – zusammen mit der ganzen IR-Linie Salzburg-Karlsruhe.

In der Diskussion auf DSO gibt es auch einige zeitgenössische Schilderungen aus den 80er-Jahren zu lesen.

Offene Fragen:

  • Bespannungen und Zugbildungen insbesondere für die Zeit als D und E
  • Zugbildung des IR und Hintergründe für die separaten Fahrzeiten an bestimmten Tagen
  • Genaues Ende der Postbeförderung bei diesem Zug
  • Berichte, …

Stand: 3.6.2012

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Zug abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s