D 454/453 Oostende – Salzburg in den 1960er-Jahren

Von Markus Egger

Zum Sommerfahrplan 1960 wurde der bisherige D 454/453 „Kärnten-Expreß“ Oostende – Klagenfurt auf den Abschnitt Oostende – Salzburg zurückgenommen und verlor seinen Namen. Den Abschnitt nach Klagenfurt übernahm nun der aus Hamburg durchgebundenen „neue“ Kärnten-Expreß D 90/89.

Der Fahrplan des D 454/453 im Sommer 1962. Währned des langen Aufenthalts in Köln Hbf findet umfangreicher Kurswagentausch statt. Zudem überholt der D 154/153 „Tauern-Express“ Oostende – Klagenfurt unseren D 454/453 in dieser Zeit.

Der „neue“ D 454/453 Oostende – Salzburg war im Abschnitt Köln – Salzburg ein Hochsaisonzug zur Entlastung des Tauern-Expreß und verkehrte außerdem nur am Wochenende zum Bettenwechsel. Im Abschnitt Oostende – Köln verkehrte der Zug nun ganzjährig und täglich. In Belgien verkehrte er als Zug 58/59.

Im Abschnitt Oostende – Köln verkehrte der Zug kurz vor dem Tauern-Expreß, ab Köln dann nach dem Tauern-Expreß. In Köln wurden zahlreiche Kurswagen abgegeben, darunter Sitz-, Liege- und Schlafwagen an den F 11/12 „Nord-Express“ Paris – Kobenhavn, aber auch mit dem Tauern-Expreß selber werden nochmals Wagen getauscht, obwohl beide Züge im Abschnitt Oostende – Köln hintereinander her verkehren. D 454/453 verkehrt ohne größere Schlenker oder Umwege über die großen Hauptabfuhrstrecken und bedient nur die wichtigsten Zwischenhalte in Deutschland – lediglich Worms und Heidelberg werden gegenüber dem Tauern-Expreß zusätzlich bedient.

Aus dieser Zeit sind auch einige Bespannungen überliefert: Westlich Aachen war eine Diesellok der SNCB für die Beförderung zuständig, Aachen-Köln war der Baureihe 03 aus Köln-Deutzerfeld vorbehalten, Köln-Stuttgart liefen E10, Stuttgart-München E10/E18 aus Turnusplänen, München-Salzburg wiederum eine E18.

Ab dem Sommerfahrplan 1966 konnte der D 454/453 nach Schließung der Lücke in Aachen durchgehend elektrisch befördert werden. Dadurch kam es zu einer deutlichen Beschleunigung des Zuges.

Als ab 1966 der durchgehende elektrische Betrieb von Belgien bis Köln möglich war kam es zu Änderungen an unserem Zugpaar. Gerade südwärts wurde der Zug deutlich beschleunigt. Der Kurswagentausch mit dem Nord-Expreß wurde nach Aachen verlegt, der Grenzaufenthalt in Herbesthal entfiel, der Zoll stieg bereits in Liege zu. Zumindest südwärts entfiel dadurch der überlange Aufenthalt in Köln. Die Überholung durch den Tauern-Expreß erfolgte südwärts nun erst zwischen Mannheim und Stuttgart: D 454 fuhr hier den Umweg über Heidelberg – Bruchsal während der D 154 die schnellere Strecke über Graben-Neudorf wählte und Heidleberg „links liegen ließ“. Ab Stuttgart kamen einige neue Zwischenhalte hinzu: Plochingen, Geislingen (Steige), Prien, Traunstein und Freilassing, wovon jedoch die ersten drei nur südwärts bedient wurden. Nordwärts wurde der D 453 immer noch in Köln beim überlangen Aufenthalt vom D 153 überholt. Das Kurswagenangebot wurde ebenfalls übersichtlicher. Es gab nur noch Kurswagen zum Nord-Express, jedoch endeten die Wagen wegen Führung desselben über die zwischenzeitlich eröffnete Vogelfluglinie in Puttgarden bzw. Hamburg. Nach Kobenhavn musste nach dem Halt in Aachen der Wagen gewechselt werden. Die bisherigen Kurswagen für den Tauern-Expreß wurden diesem nun durchgehend beigegeben, die Kurswagen nach Hannover waren entfallen.

Bereits ab Aachen sah der Buchfahrplan nun die Bespannung mit der E10 vor, westlich Aachen nun Elloks der SNCB.

Um 1:06 Uhr in der Nacht war im Sommer 1966 Abfahrt für eine E10 mit dem D 454 aus Oostende nach Salzburg. 9 Minuten lang standen der D 154 „Tauern-Expreß“ und der D 454 gleichzeitig im Aachener Hbf. Scan: Olaf Ott.

Die umfangreiche Standzeit in Aachen Hbf wurde auch für Ladearbeiten am Gepäckwagen des Zuges genutzt, wie der folgende Auszug aus dem Ladex zeigt:

 

D 453 besteht 1966 im wesentlichen aus drei Wagengruppen. Die Gruppe Salzburg-Köln besteht aus zwei Altbau-Sitzwagen der DB und einem Sa auf So verkehrenden Postm. Die Gruppe Salzburg – Oostende stellt ebenfalls die DB und besteht aus drei Sitzwagen der 26,4m-Wagen sowie einem Gepäckwagen mit Seitengang. Die Kurswagen für den Nord-Expreß stellen die SNCB (Sitz- und Liegewagen) sowie die CIWL (Schlafwagen). An den Tagen, an denen der Zug erst in Köln beginnt (also Di-Sa  morgens) gibt es bei Bedarf drei Bm Salzburg-Oostende, die ggf. mit dem Tauern-Expreß nach Köln kommen. Scan aus dem ZpAR 1966: DSO-User Plumps

Im Zuge der Zugnummernreformen um 1970 herum erhielt der Zug zwischen 1966 und 1969 die Zugnummer 1290/91, für diese Zeit liegt mir jedoch derzeit kein Fahrplan vor, so dass ich den Zug in dieser Zeit nicht rekonstruieren kann. Ab spätestens 1973 nennt sich unser Zug D 1219/1218, doch dazu mehr in Teil 2 dieser Serie.

Vielen Dank an DSO-User Plumps für den ZpAR-Scan.

Offene Fragen und Möglichkeiten zur Mithilfe:

  • Wann wechselte die Zugnummer von 454/453 zu 1290/91?
  • Fahrpläne der Jahre zwischen 1962 und 1966 sowie 1966 und 1973
  • Bespannungen
  • Weitere Zugbildungen
  • Fotos, Geschichten, …

Stand: 8.7.2012.

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