Kurswagen Bad Kissingen-München bis 1945

Von Markus Egger

Das bayerische Staatsbad Bad Kissingen war im 19. Jahrhundert eines der bevorzugten Ziele der europäischen Haute Volee, wenn eine Kur notwendig war. Die Liste der Kurgäste trägt so illustre Namen wie Zar Alexander II. von Russland, König Ludwig II. von Bayern, Kaiser Franz-Jospeh und Kaiserin Elisabeth „Sisi“ von Österreich aber auch Otto von Bismarck, Alfred Nobel, Theodor Fontane oder Ferdinand Graf von Zeppelin. 1871 wurde deshalb Bad Kissingen auf dem Schienenweg erstmals erreicht. Bereits 1905 bestanden umsteigefreie Kurswagenläufe bis Amsterdam, Oostende, Saarbrücken und Frankfurt (Main). In diesem Artikel soll es aber um die Kurswagenverbindung nach München gehen, die erst etwas später entstand und die ich bisher frühestens für 1914 nachweisen kann.

1914 verliessen die Kurswagen Bad Kissingen morgens mit dem Personenzug 334 nach Schweinfurt, wurden von dort bis Bamberg dem D 109 übergeben, dort wiederum in Zug 170 überstellt, mit dem sie München Hbf um 17:12 erreichten. In der Gegenrichtung ging es in München um 12:45 Uhr los.

Während des ersten Weltkrieges entfielen diese Kurswagen zunächst wieder, ich kann sie dann erstmals 1927 wieder nachweisen.

E170a/E169a zeigen durch Ihre „Zugnummer“ deutlich an zu welchem Stammzug sie gehören. Datenquelle: Reichs-Kursbuch Nr. 2 vom 1. Juli 1927.

1927 wurde für diese Kurswagen ein separater Eilzug E 170a/E 169a Bad Kissingen – Bamberg eingesetzt, der wie die Kurswgaen nur während der Badesaison im Sommer verkehrte. Zwischenhalte waren nur Schweinfurt Hbf, Schweinfurt Stadt sowie abends auch Haßfurt. Der Zug führte nur die 2. und 3. Wagenklasse. Ab Bamberg wurden die Wagen immer im E 170/169 Leipzig-München weiterbefördert.

1934 verkehrte der Zug fast unverändert als E 470/469. Zusätzlich hielt der Zug nun in beide Fahrtrichtungen in Ebenhausen (Unterfr).

E 470/469 erreichten 1934 bereits eine Reisegeschwindigkeit von etwa 60km/h.

So sah die Fahrplantabelle 417a Bad Kissingen – Ebenhausen (Unterfr) 1934 aus. Direktverbindungen bestanden noch nach München und Berlin. Das Zugangebot ist recht dicht, wenn man auch ein intensives Fußnotenstudium vor der Fahrt vornehmen sollte. Quelle: Amtliches Kursbuch Bayern Sommer 1934.

1935 entfiel der Halt in Ebenhausen (Unterfr) morgens auf dem Weg nach Bamberg bereits wieder. Spätestens 1939 verkehrte der Zug dann erstmals zumindest die ganze Sommerfahrplanperiode, wenn nicht gar bereits ganzjährig. Die Zugnummer war nun E 570/569, sonst gab es nur kleinere Verschiebungen.

Die Zugnummer E 470/469 musste unser Zug bis 1939 an einen Eilzug Wiesbaden-Frankfurt abgeben der ebenfalls Kurswagen für den E 170/169 führte. Datengrundlage: http://www.deutsches-kursbuch.de

Im Winterfahrplan 1941/42 war unser Zug zwar noch im Kursbuch vermerkt, trug jedoch die Bemerkung „Verkehrt nur auf besondere Anordnung“ und verkehrte in der Praxis wohl kriegsbedingt nicht. Bis zum Jahresfahrplan 1943/44 war der Zug mit dieser Bemerkung noch im Kursbuch verzeichnet, ab dem Jahresfahrplan 1944/45 war er endgültig aus dem Kursbuch gestrichen.

Mit unveränderten Minutenangaben wurde der Zug im 2. Weltkrieg zunächst im Kursbuch für den Friedensfall fortgeschrieben, verkehrte aber wohl in der Praxis nicht mehr. Datengrundlage: Amtliches Kursbuch Winter 1941/42.

Was aus den Kurswagen Bad Kissingen – München nach 1945 wurde wird Thema einer der nächsten Folgen  dieser Serie sein.

Offene Fragen und Möglichkeiten zur Mithilfe:

  • Wer kennt die vermutlich eingesetzten Baureihen?
  • Angaben aus Kursbüchern gerade von Anfgang der 1920er-Jahre oder vor 1914 zur Ergänzung wären ebenfalls hilfreich

Stand: 26.7.2012

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