Der Tauern-Expreß – Teil 3: die Jahre 1962-1971

Von Markus Egger

Link zu Teil 2

1962 gab es einschneidende Veränderungen für den Tauern-Expreß. Zum Fahrplanwechsel im Sommer 1962 wurde der Tauern-Expreß im Sommer auf den Laufweg Oostende-Klagenfurt eingekürzt, im Winter lief er als namenloser Zug gar nur noch Oostende-München. Grund dafür waren laut Scharf/Ernst (Literaturhinweis s.u.) Probleme der JZ annehmbare Abfahrtszeiten anbieten zu können und die Weigerung der ÖBB andere zusätzliche Fahrleistungen anzubieten – diese Sichtweise ist sicherlich etwas Bundesbahn geprägt – es wäre natürlich interessant die Sichtweise der beiden anderen Bahnen zu hören;)

Mit dieser Einkürzung ging auch die Abstufung vom Fernschnellzug zum gewöhnlichen Schnellzug einher.

Bis zu 120 Minuten wurde das Zugpaar 154/153 zwischen 1957 und 1962 im Abschnitt Köln-Stuttgart durch die Elektrifizierung beschleunigt. In Villach war man damit um 15:30 Uhr statt um 17:30 Uhr. In Villach änderte der Tauern-Expreß nochmals seine Zugnummer auf Ex 502/501. Datengrundlage: Amtliches Kursbuch Sommer 1962.

1962 wurde im Tauern-Expreß sogar ein gesuchter Einbrecher verhaftet – berichtet die Passauer Neue Presse – der mit einem Komplizen wegen des Einbruchs in ein  Münchner Büro der DSG gesucht wurde! Beute waren 1137 DM, 78255 Lire, 4128 jugoslawische Dinar und 6400 österreichische Schillinge gewesen. Der gute Mann hatte auch eine kriminelle Vergangenheit – die PNP berichtet todernst, dass er im Alter von noch nicht einmal 17 Jahren an einem Wurstdiebstahl in Passau beteiligt gewesen war…

Für den Sommerfahrplan 1965 wurde dann edlich wieder eine Verlängerung auf den Balkan erreicht. Das Zugpaar verkehrte zumindest wieder bis Zagreb, das am späten Abend erreicht wurde und morgens gegen 8 Uhr wieder verlassen wurde. In Deutschland kamen in der Zwischenzeit Koblenz und Rosenheim als neue Zwischenhalte hinzu. Die Fahrzeit verlängerte sich jedoch nicht nur hierdurch, auch in Welkenraedt war nun wieder ein etwa halbstündiger Grenzaufenthalt vorgesehen, auch in Aachen wurde der Aufenthalt wegen Rangierarbeiten länger.

Mit der erneuten Verlängerung bis Zagreb wurden auch wieder die slowenischen Zwischenhalte Jesenice, Lesce-Bled, Kranj, Ljubljana und Zidani Most bedient. Datengrundlage: Amtliches Kursbuch 1966.

Für 1966 sind auch wieder die Bespannungen überliefert:

D 154 Oostende-Zagreb

  • Landesgrenze-Köln: SNCB-Diesellok
  • Köln-Stuttgart: E10 Bw Heidelberg
  • Stuttgart-München: E10 Bw Stuttgart
  • München-Salzburg: E18 Bw Freilassing

D 153 Zagreb-Oostende

  • Salzburg-München: E18 Bw Freilassing
  • München-Stuttgart: E10 Bw Stuttgart
  • Stuttgart-Köln: E10 Bw Stuttgart bzw. Frankfurt
  • Köln-Landesgrenze: SNCB-Diesellok

Ab Oostende befindet sich 1966 Sonntags an der Spitze ein deutscher Postwagen nach Köln, Samstags in der Hochsaison führt ein Bcm der DB für den Reiseveranstalter „Wayfarers Travel Agency“ nach Salzburg, dahinter und sonst führend folgt die Gruppe Oostende-Salzburg bestehend aus Bc der SNCB und WLAB der CIWL. Danach folgt ein Bm der ÖBB nach Graz, der Ds und AB der JZ nach Zagreb sowie ein ABm und Bm der ÖBB nach Klagenfurt. Am Schluss ggf. noch ein Bedarfswagen der ÖBB oder SNCB nach Klagenfurt. In Köln geht Montag morgens der Postwagen vom Zug, dafür werden am „neuen“ Zugschluss am Wochenende in der Hochsaison 3 Bm der DB nach Salzburg beigestellt, die mit dem D 454 aus Aachen bzw. Oostende vorausgereist waren. Ab Stuttgart wird an der Spitze Samstags in der Hochsaison ein Bm nach Klagenfurt für „GR“ beigestellt, täglich kommt ein BRy der ÖBB nach Villach und ein Bm der JZ nach Zagreb hinzu. Quelle: ZpAR Sommer 1966. Zur Verfügung gestellt von Oliver Ertl.

Komplett anders ist die Zugbildung im Winterabschnitt: An der Spitze folgt nach dem tageweisen Postwagen dann eine Gruppe bestehend aus Bc, WLAB und AB für den Nord-Express, die bis Aachen im Zug bleibt. Im Herbst und bei Bedarf folgen dann bis zu zwei ÖBB-Sitzwagen nach Klagenfurt, dann die Gruppe Zagreb der JZ, der Bm der ÖBB nach Graz, Bc und WLAB nach Salzburg und am Schluss Freitags in der Hochsaison ein Bc der SNCB nach Landeck, der in Ulm vom Zug geht. In Stuttgart werden im Winter nur zwei-drei m-Wagen für den morgendlichen Verkehr Stuttgart-München beigestellt. Dafür erhält der Zug in München im Winter Wagen aus Dortmund und Hamburg nach Zagreb, Klagenfurt und Graz, die mit dem D 90 dorthin gekommen waren, außerdem gibt es noch einen Wagen München-Split der JZ sowie in den Ferien einen Verstärkerwagen der ÖBB nach Villach. Quelle: ZpAR 1966/67. Zur Verfügung gestellt von DSO-User Plumps.

Im Fotoarchiv der Eisenbahnstiftung findet sich eine schöne Aufnahme von H.D. Kremer, die den Tauern-Expreß ca. 1966 beim überqueren der Salzach zeigt: Gezogen von einer E18 und an der Spitze der WLAB der CIWL nach Salzburg. Dahinter folgen der Bc der SNCB, der Bm der ÖBB nach Graz und wohl sogar zwei Wagen der JZ.

Ab 1967 ging es noch tiefer nach Jugoslawien hinein. Nachdem es bereits 1966 erstmals einen Kurswagen zumindest im Winter nach Split gegeben hatte, verkehrte der Tauern-Expreß ab 1967 mit immerhin 4 Wagen durchgehend nach Split an der dalamtinischen Adriaküste. Außerdem erhielt er eine neue Zugnummer, interessanterweise erbte er teilweise die alte vom Kärnten-Expreß und nennt sich nun D 90/91. Nur im Sommer 1968 lief der jugoslawische B aus Aachen nach Ploce, am Wochenende verstärkt durch einen Bm aus Stuttgart der DB.

Interessant an der ÖBB-Zugbildung des Ex 90 ist beispielsweise der ab Villach führende Expreßgutwagen der Güterwagenbauart, der aber nur bis Jesenice im Zug bleibt. Den Gepäckwagen in Form eines Dms stellt nun die DB. Der Halbspeisewagen der ÖBB hat einen interessanten Durchlauf Stuttgart-Salzburg-Villach-Wien, donnerstags in der Hochsaison wird am Zugschluss ab Salzburg ein Laeq-Autotransportwagen der DB nach Villach mitgeführt! Ab Villach an der Spitze läuft ein Liegewagen der JZ Hamburg-Split, der mit dem Kärnten-Express hierher gelangt war. Quelle: Zugbildungsplan der ÖBB Sommer 1969. Zur Verfügung gestellt von Oliver Ertl.

Bis 1969/70 konnte nochmals eine deutliche Fahrtzeitverkürzung erzielt werden, die sich Abends in einer früheren Ankunft in Zagreb und Morgens in einer bis zu einer Stunden späteren Abfahrt in Zagreb äußerte – bei gleichbleibenden Zeiten in Oostende. Weiterhin recht gleichbleibend sind die Haltebahnhöfe.

Der Zugbildungsplan Sommer 1970 für den Tauern-Express unterscheidet sich nur in Details von der 1966er-Ausgabe. Nach Klagenfurt kann man nun auch im Liegewagen der SNCB reisen. Reiseveranstalterwagen sind nicht mehr im Zug, dafür auch im Sommer wieder Wagen Richtung Hamburg. Nach Split fahren nun 4 bis 5 Wagen, die ausschließlich von JZ und DB gestellt werden. Belgische und Österreichische Wagen kommen nicht mehr nach Jugoslawien.

Freitags und Samstags war das Aufkommen an Reisenden Richtung Jugoslawien so stark, dass die Wagen dorthin platzkartenpflichtig waren. Quelle: ZpAR Sommer 1970. Zur Verfügung gestellt von DSO-User Plumps.

Interessant ist auch, dass der in Stuttgart bei D 90 beigestellte Halbspeisewagen der ÖBB von der den Zug dort ablösenden 110 des Bw Stuttgart immerhin 50 Minuten lang vorgeheizt wurde, somit war wohl sofort nach dem Ankuppeln eine Inbetriebnahme und Heißgetränkeausgabe möglich.

Auszug aus dem Laufplan für 28 Loks der Baureihe 110 des Bw Stuttgart vom Sommer 1970. Nachdem sich eine 110 in Tag 19 mit zahlreichen Eilzügen von Stuttgart nach Tübingen und zurück herumschlagen musste stehen dann höherwertige Aufgaben an. Mit dem „Hellas-Express“ geht es nach München, mit dem „Austria-Express“ wieder zurück. Stuttgart wird um 2:07 Nachts an Tag 20 erreicht. Ab 5:10 Uhr wird der Speisewagen des Tauern-Express vorgeheizt, um 6:19 Uhr geht es schließlich mit diesem nach München. Auch danach stehen noch mehrere Schnellzüge zwischen München und Stuttgart auf dem Programm. Quelle: Laufplan der Triebfahrzeuge 110 Bw Stuttgart Sommer 1970. Zur Verfügung gsestellt von DSO-User OZL-Lokd.

Ab 1971 änderte unser Zug nochmals seine Zugnummer auf D 219/218 – doch das wird in Teil 4 behandelt werden.

Möglichkeiten zur Mithilfe

  • Ergänzende Fahrpläne, Zugbildungen, Bespannungen, Fotos
  • Hat jemand einen Zugbildungsplan aus den wenigen Jahren, als der Zug nur nach Klagenfurt fuhr?
  • Wer kennt Bespannungen bei der ÖBB?

Literatur:

Scharf, Hans-Wolfgang und Ernst, Friedhelm: “Vom Fernschnellzug zum Intercity”. EK-Verlag: Freiburg 1983.

Vorac, Alfred: “Balkanzüge”. KIRUBA-Classic 3/2012

Stand: 22.1.2013

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10 Antworten zu Der Tauern-Expreß – Teil 3: die Jahre 1962-1971

  1. Wahldresdner schreibt:

    Sehr schöne Serie! Eine Korinthe von mir – der Kurswagen im Sommer 1968 kann aber nicht so wie angegeben gelaufen sein. Da steht: „Nur im Sommer 1968 lief der jugoslawische B aus Aachen über Split weiter bis nach Ploce, am Wochenende verstärkt durch einen Bm aus Stuttgart der DB.“ Die Strecke endet aber in Split (siehe die Netzkarte zu SLO/HR/BiH auf bueker.net), und Ploce kann von Split auf der Schiene nur über einen riesigen Umweg zurück bis Knin und weiter über Bihac, Banja Luka und Sarajevo erreicht werden (derzeit wg. immer noch kriegszerstörter Strecken sogar nur über Zagreb).

    • histoliga schreibt:

      Danke für den Hinweis – Ploce über Split gibt natürlich echt keinen Sinn… er lief cshlicht und ergreifend nach Ploce statt nach Split. Ich habs korrigiert!

  2. Stuggi schreibt:

    Eine mir bekannte Person verließ am Abend des 11. Oktober 1962 (Donnerstag) Zagreb mit dem Ziel Stuttgart. Der Zug hielt gegen Mitternacht an der jugoslawisch-österreichischen Grenzübergang Jesenice/Rosenbach.
    Können Sie diese Verbindung und die entsprechenden Zugdaten (DB/ÖBB/JŽ?) möglicherweise in Erfahrung bringen?

    • histoliga schreibt:

      Hallo!

      Ich habe nur Fahrplandaten aus dem Sommer 1962, aber normalerweise sollte sich da nichts grundlegendes geändert haben.

      Wenn die Reise mit planmäßigen Zügen geschah, wurde ab Zagreb zunächst der „Jugoslavia-Express“ Istanbul-Dortmund genutzt.

      Zagreb Glavni Kolodvor ab 20:35 mit Zug 4 „Jugoslavia-Express“
      Ljubljana an 22:42 ab 23:16
      Kranj ab 23:52
      Lesce-Bled ab 0:30
      Jesenice an 0:51 ab 1:30 als Zug Ex 140 „Jugoslavia-Express“
      Rosenbach ab 2:02
      Villach Hbf an 2:28 ab 2:45
      Spital-Millstättersee ab 3:17
      Mallnitz ab 3:57
      Badgastein ab 4:14
      Schwarzach-St. Veit ab 5:02
      Bischofshofen ab 5:20
      Salzburg Hbf an 6:10 ab 6:36 als D 263 „Jogoslavia-Express“
      Rosenheim an 7:36 ab 7:38
      München Hbf 8:21

      D 263 führte durchlaufende Wagwn
      Istanbul-München
      Beograd-Dortmund
      Rijeka-München
      Sarajevo-München
      Rijeka-Basel
      Split-München
      Verona-Dortmund
      Merano/Maran-Dortmund
      München-Dortmund
      München-Den Haag
      Liegewagen Trieste-München
      Schlafwagen Istanbul-München (ab Istanbul an Mo und Fr)
      Schlafwagen Beograd-München
      Speisewagen München-Dortmund

      Da D 263 weiter über Würzburg-Frankfurt nach Dortmund verkehrte musste nach Stuttgart in München (oder spätestens Augsburg) umgesteigen werden, der nächste Anschluss war mit D 1403 München-Düsseldorf

      München Hbf ab 8:47
      Augsburg Hbf an 9:26 ab 9:29
      Ulm Hbf an 10:20 ab 10:23
      Stuttgart Hbf an 11:32

      ich hoffe ich konnte helfen!

      • Stuggi schreibt:

        Danke sehr für die rasche und detaillierte Info!
        Die Person teilte mir allerdings mit, dass sie sich nicht entsinnen kann, irgendwo umgestiegen zu sein. Zudem seien alle Passagiere in Stuttgart ausgestiegen. Der Zug dürfte auch von Zagreb gestartet sein, weil er dort bereits lange Zeit am Bahnsteig stand, bevor er abfuhr. Es schien nicht so, als ob er auf der Durchfahrt (von bspw. Belgrad) war…

  3. histoliga schreibt:

    Hallo!

    Dann gibt es zwei Möglichkeiten

    1. An bestimmten Terminen verkehrten im Balkanverkehr als Verstärker zu den planmäßigen Zügen Verstärkungszüge, das war insbesondere rund um die großen Festtage wie Weihnachten, Ostern etc. der Fall, passt also nicht wirklich zum genannten Temrin im Oktober

    2. Es handelte sich um einen „Gastarbeiterzug“. Es wurden damals immer wieder zu bestimmten Terminen zusätzliche Züge für den Gastarbeiterverkehr gefahren, die direkt bestimmte hierfür notwendige Relationen bedienten, hier z.B. Zagreb-Stuttgart. Oft wurde hierbei sehr altes Wagenmaterial eingesetzt. Diese Züge standen nicht im offiziellen Kursbuch, da sie nur zu bestimmten Terminen verkehrten und meist auch über spezielle Reisebüros/Organisationen etc. vermarktet wurden. Unterlagen hierüber könnte es durchaus noch geben, es gibt einige Sammler die so etwas haben könnten, ich selber habe hierzu leider nichts.

    Grüße

    Markus Egger

  4. Stuggi schreibt:

    Hallo Herr Egger,

    wie Sie bereits im Artikel schrieben, lag es beim Zugverkehr aus Jugoslawien wohl in der zweiten Hälfte des Jahres 1962 an den „einschneidenden Veränderungen“ bzw. den daraus resultierenden Sonderfahrten.
    Die erste Möglichkeit scheidet offensichtlich aus.
    Die zweite Möglichkeit käme eher in Betracht. Wobei es dann Gastarbeiter aus der Türkei und Griechenland sein mussten. Weil das Anwerbeabkommen mit Deutschland erst am 12. Oktober 1968 als genau 6 Jahre später in Kraft trat. Ich hatte die Person vor einiger Zeit auch schon gefragt, ob ihr fremde Sprachen im Zug auffielen. Sie meinte, lediglich Serbokroatisch und ab Österreich sprachen Zugestiegene Deutsch. Türkisch oder griechisch Sprechende wären ihr aufgefallen, dem war nicht so, zumindest nicht in der Nähe ihres Abteils. Daher würde einleuchten, dass der Zug ab Zagreb startete.
    Leider, weiß ich nicht, wie ich an einige Sammler herantreten könnte, die mehr Informationen darüber haben. Es scheint so, dass eine Internet-Dokumentation auf „jugoslawischer“ Seite nicht so akribisch verfolgt wurde (die hatten möglicherweise andere Sorgen durch Kommunismus und Bürgerkrieg). Zumindest konnte ich nichts vergleichbares, wie ihr Beitrag hier, finden.
    Da diese Informationen in die Biografie der Ausreisenden einfließen sollen, sind korrekte Angaben unabdingbar…

    Herzlichen Dank für Ihre Zeit, Mühe und Unterstützung!

    • histoliga schreibt:

      Hallo!

      Ich werde Ihre Anfrage mal noch an ein paar mir bekannte übliche Verdächtige weiterleiten, vielleicht kommt da noch etwas raus!

      Grüße aus Augsburg

      Markus Egger

      • Stuggi schreibt:

        Das ist wirklich sehr freundlich von Ihnen! Es wäre unglaublich, wenn wir hier weiterkämen …

  5. histoliga schreibt:

    Hallo!

    Ich habe zwar noch ein paar Antworten zu der Thematik erhalten, eine richtige Lösung fand sich aber nicht:

    Hier die wesentlichen Erkenntnisse der Zuarbeiter:

    1. Bei der angesprochenen Nachtverbindung über Jesenice kommt 1962 tatsächlich nur der Jugoslavia-Express in Frage (Zug-Nr. DB 264/263, ÖBB 140/141, JZ 1/4). Siehe hierzu den Ausschnitt aus dem ÖBB-Kursbuch 1962/63 – das war übrigens ein Jahresfahrplan. Der Jugo-Express fuhr aber nicht über Stuttgart, sondern über Augsburg – Nürnberg. Es gab auch keinen Wagenlauf in Richtung Suttgart.

    Als Direktverbindung Zagreb – Stuttgart bleibt nur der bereits erwähnte „Austria-Express“, der Jesenice aber nachmittags nach 15 Uhr passierte. Oder die erwähnte Person ist vielleicht doch in München oder Augsburg umgestiegen….

    2. Eine etwas abstruse Verbindung hätte ich noch anzubieten:

    Zagreb G. K. ab 01:51 JDZ Ex AP „Direct-Orient“, ab Ljubljana B 908

    Jesenice an/ab 05:39/06:18 ÖBB E 735

    Salzburg Hbf. an/ab 11:30/11:50 DB D 46 „Mozart“

    München Hbf. an/ab 13:35/14:30 DB D 503

    Stuttgart Hbf. an 17:14

    Das hätte dann im Kurswagen 2. Klasse Athen-Hagen stattgefunden.

    Das hieße, daß die Abfahrt von Zagreb gegen Mitternacht stattfand. Aber wer tut sich das an?

    Einen Turnussonderzug möchte ich ebenfalls ausschließen, ich kann mir nach 44 Jahren im Reisebüro nicht vorstellen, daß es Mitte Oktober 1962 (Visapflicht??) eine solche Verbindung aus Split oder Rijeka gegeben hätte, aus den von Markus angeführten Gründen ist auch ein Gastarbeiter-Sonderzug auszuschließen.

    Sorry, mehr gabs nicht – irgendein Detail passt vermutlich nicht…

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