Reisebericht: Mit Bus und Bahn rund um die Karwendelspitze

Von Markus Egger

Was gibt es herrlicheres als eine Reise durch die Alpen bei satter Schneelage und herrlichem Kaiserwetter! Das Glück war mir weitgehend hold als ich am 25.2.2013 eine Rundreise mit Bus und Bahn um die Karwendelspitze herum antrat.

Der Wecker klingelte bereits um 4:30 Uhr damit ich um 5:48 Uhr die Reise auf meinem Heimatbahnhof Inningen mit RB 57801 Landsberg-Augsburg im 642 089 beginnen konnte. In Augsburg ging es gleich weiter mit RE 57205 Ulm-München im 440 011 (der zusammen mit einem anderen 440 in Augsburg schon bereit stand bis später ein dritter 440 aus Ulm den Zug komplett machte).

Noch liegt die Nacht dunkel über dem Augsburger Hauptbahnhof…

Pünktlich wurde um 6:49 Uhr München Hbf erreicht. Hier hatte ich nun fast eine Stunde Zeit, da ich hier sicherheitshalber ein Puffer eingebaut hatte. Durchaus interessant um diese Zeit im und am Hauptbahnhof herumzustreunen. Während im Bahnhof schon der Trubel tobt, bei Yormas sich Schlangen bilden und ganze Pulks von Leuten in den U- und S-Bahn-Abgängen verschwinden herrscht davor noch ziemliche Ruhe. Selbst die Rotunde im Zwischengeschoß am Stachus ist um diese Zeit noch fast menschenleer. Später konnte u.a. noch der 60 Minuten verspätete Kalman Imre mit seinen Kurswagen aus Venedig und Zagreb beobachtet werden, der dann kurz darauf von 115 346 abgestellt werden sollte.

115 346 hatte die ehrenswerte Aufgabe den Kalman Imre aufzuräumen der gut besetzt mit +60 abgekommen war. Hinter der Lok der Kroatische Schlafwagen.

Weiter ging es um 7:42 Uhr mit BOB 86983/86803 nach Lenggries/Tegernsee auf Gleis 34. Das ist schon ein ordentlicher Fußmarsch auf den Stanberger Bahnhof und dann noch den Bahnsteig entlang. Die Garnitur war mit 4 Integralen aus dem Oberland angekommen, von denen die beiden am Prellbock stehenden in München verblieben, bei beiden anderen den o.g. Doppelzug bildeten. Da muss man auf dem Bahnsteig noch ganz schön laufen;) Ich durfte immerhin in den hinteren Zugteil nach Tegernsee.

Spätestens abn Holzkirchen gab es auch eine stattliche Schneedecke die ihren Namen verdient hat. Auch dieser Zug war pünktlich, wie die folgende Aufnahme beweist:

Recht gut gelungen sind die neu bei BOB und BRB installierten Displays, die nicht nur Anschlusszüge sondern auch Anschlussbusse ausgeben, so hier meinen Bus der Linie 9550 Richtung Pertisau. Schönheitsfehler ist der abgeschnittene Text beim Ziel und der im Gegensatz dafür bei Liniennummer und Zeit verschwendete Platz. Ebenso halte ich es für ein Gerücht, dass die Busse von Gleis 1 abfahren…

Hier steht nämlich VT 104 der BOB auf Gleis 1 – kein Platz für einen Bus;)

Zweimal täglich verlässt die Buslinie 9550 der RVO Tegernsee nach Pertisau und bietet eine spannende Reisemöglichkeit für Rundreisen mit Bus und Bahn in den Alpen. Der Bus fährt über den Achenpass bis an den Achensee, von wo aus man mit österreichischen Busse ins Inntal nach Jenbach kommt. Im Sommer kann man auch die Achenseebahn nutzen oder vorher noch eine Schifffahrt auf dem Achensee unternehmen. Knapp 10 Fahrgäste nutzten mit mir die Abfahrt um 8:50 Uhr, hauptsächlich Rentner unterwegs zu Wintertouren mit Schneeschuhen. Über die Grenze nach Österreich war ich der einzige Fahrgast an diesem Montag in der Schulzeit. Ab dem österreichischen Achenkirch ist der Bus in den dort angebotenen Stundentakt der Regionalbuslinie Achenkrich-Maurach-Janbach/Pertisau integriert und wird wieder gut und rege sowohl von „Einheimischen“ als auch Touristen genutzt.

Link zu Übersichtslandkarte der Region – nach Hineinzommen erscheint auch die Buslinie 9550 auf der Karte, die österreischischen Linien sind leider nicht auf der Karte.

M-RV 8406 ist ein Setra S 315 NF der RVO und wohl extra für die Einsätze nach Österreich ausgerüstet. Er trägt das VVT-Logo und hjat zwei Bordrechner an Bord. Mit dem zweiten können Fahrkarten zu allen VVT-Zielen ausgegeben werden. So konnte ich auch meinen VVT-Fahrschein Tegernsee-Innsbruck erwerben. Hier ist der Bus eben in Maurach Hauptschule angekommen, wo jeweils um 15 und 45 ein Regionalbusknoten mit bis zu drei Bussen abgewickelt wird. Die RVO-Linie ist voll in dieses System integriert.

Hier kommt auch schon mein Anschlussbus. Dieser Setra 415 NF der Ziilertalbahn bediente zu diesem Knoten die Linie Jenbach-Maurach-Jenbach. Interessant ist, dass dieses recht moderne Fahrzeug keinerlei Haltestelleninnenanzeige aufweist.

Auch in Österreich hat man aufgerüstet, teilweise gab es auch für die Regionalbusse Ist-Fahrplandaten auf den Monitoren in der Bahnhofsunterführung.

Ab Maurach riss das Wetter dann vollständig auf und es herrschte strahlender Sonnenschein. Die Abfahrt ins Inntal bot herrliche Ausblicke. Ab Jenbach ging es mit dem VVT-Fahrschein weiter im EC 82 München-Bologna nach Innsbruck Hbf. Es hat schon was gediegenes mit einem Verbundfahrschein in flotter Fahrt im Abteilwagen zu reisen;) In Österreich ist das ja selbstverständlich, in Deutschland undenkbar.

Hier kommt 1216 022 der ÖBB mit ihrer ÖBB-Wagengarnitur und EC 82 München-Bologna. Die EC der Italien-Linie kreuzen zur vollen ungeraden Stunde in Jenbach.

Angekommen in Innsbruck ist man überwältigt vom Eindruck einer Großstadt mitten in den Alpen bei herrlichem Wetter. Innsbruck ist nach Grenoble die zweitgrößte Stadt, die geographisch „in“ den Alpen liegt.

Hier steht Wagen 352 der Innsbrucker Verkehrsbetriebe am Bahnhofsvorplatz abfahrbereit als Stubaitalbahn nach Fulpmes.

Überall in der Stadt spielen die Alpen Kulisse für die Schönheiten der Stadt.

Nach leckeren Zillertaler Kaskrapfn mit Salatgarnitur sollte es um 14:38 Uhr mit REX/RB 5420 über die Mittenwaldbahn wieder nach Deutschland zurück gehen.

111 123 war eingeteilt REX/RB 5420 nach München zu bringen. Ab Innsbruck sind von den 5 Wagen zunächst nur die ersten drei freigegeben – irgendein Bahnsteig scheint zu kurz zu sein…

Absolut sensationell ist natürlich die Fahrt über die Mittenwaldbahn, die sich tief verschneit darbot. Die 111 schob ihre Garnitur zielstrebig durch die tiefverschneiten Wälder und die zahllosen Tunnels.

Kreuzungsaufenthalt in Hochzirl. So schaut Winter aus!

Grandiose Ausblicke auf die herrliche Bergwelt.

In Weilheim (Oberbay) verließ ich RB 5420, die weitere Rückreise nach Augsburg sollte noch ein bisschen abwechslungsreich gestaltet werden. Deshalb ging es ab Weilheim mit der RVO-Linie 9652 quer rüber nach Landsberg (Lech), von wo aus ich mit der Lechfeldbahn zurück nach Augsburg reiste.

Hier stellt sich Wagen 1614 der RVO bereit, ein Neoplan Erdgasbus. In gut einer Stunde Fahrt kann man hiermit über tiefe oberbayerische Provinz nach Landsberg reisen.

Gegen 20 Uhr war ich dann wieder daheim. Fazit: Eine schöne Reise!

Diese Tour ist so an 7 Tagen in der Woche von vielen Orten Süddeutschlands aus möglich. Tariftipps hierfür gibt es nicht allzuviele. Am Wochenende kommt für den Bayerischen Abschnitt das BayernTicket in Frage. Für den Tiroler Anschnitt bleibt nur das Lösen von Einzelfahrscheinen! Achtung VVT-Einzelfahrscheine erlauben keine Fahrtunterbrechung – ist ein Aufenthalt in Innsbruck gewünscht also dort die Fahrkarte brechen. BahnCard 50-Inhaber dürften i.d.R. ohne Bayern-Ticket günstiger fahren. Zwischen gestückelter Abfertigung  mit VVT und DB-Fahrschein in Mittenwald (Grenze) und durchgehendem BC-Fahrschein mit RailPlus gibt es keine allzu großen Preisunterschiede.

Markus

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