Nahverkehr Donauwörth-Augsburg 1935-2013 – Teil 4: Später Vormittag/Mittag

Von Markus Egger

Link zu Teil 1, Teil 2 und Teil 3 sowie zum Überblicksartikel

Wie schon in den bisherigen Teilen berichtet gab es lange Zeit Vormittags große Lücken im Fahrplan. Zum Jahresfahrplan 1995/96 wurde eine Vormittagslücke am Wochenende geschlossen. Es entstand die neue RB 5015. Sonn- und Feiertags bot sie die zweite Fahrtmöglichkeit des Tages für die kleinen Zwischenorte nach RB 5005 (Donauwörth ab 6:01 Uhr), Samstags war es immerhin die vierte Fahrtmöglichkeit des Tages, nach 7:47 Uhr mit RB 5011. Nach RB 5015 war am Wochenende wieder 2 Stunden Pause. Der Zug führte nur die 2. Klasse und wurde deswegen wohl aus einer Silberlinggarnitur gebildet. Zum Sommerfahrplan 1996 wurde der Zug aber bereits in einen SE Donauwörth-München in etwas früherer Lage umgewandelt.

Bereits zum Winter 1984/85 wurde das Vormittagsloch unter der Woche etwas gestopft. Damals entstand mit N 5015 ein Zug, der Donauwörth W(Sa) um 10:18 Uhr verließ und damit eine Ankunft in Augsburg zwischen 8:47 Uhr und 11:49 Uhr ermöglichte. Die Fahrplanlage blieb in den nächsten Jahren stabil, ab Winter 1985/86 entfiel allerdings der Halt in Gersthofen, ab Sommer 1987 führte er nur noch die 2.Klasse. Zum Jahresfahrplan 1991/92 wurde N 5015 fast eine halbe Stunde später gelegt, da der ihm folgende N 5017 nun vorübergehend entfiel, dafür wurde ab diesem Fahrplan wieder in Gersthofen gehalten.

Durch Klicken auf die Tabellen öffnet sich jeweils eine größere Version. Datengrundlage: Kursbücher verschiedener Fahrplanperioden.

Im Jahresfahrplan 1995/96 verkehrte der jetzt RB 5017 genannte Zug fast eine halbe Stunde früher und war unter der neuen Zugnummer E 3967 ab Augsburg nach München durchgebunden und führte kurzzeitig die 1.Klasse. Bereits im Folgejahr gab es wieder größere Änderungen. Die Durchbindung nach München entfiel wieder, mit ihr auch die 1.Klasse, dafür verkehrte er nun täglich. In dieser Form verkehrte der Zug bis einschließlich zum Sommerfahrplan 2006. 2007 und 2008 verkehrte er als RB 37117 nur noch täglich außer Samstags, Samstags gab es als Ersatz die unten vorgestellten RB 37115. 2009 ging auch er im Fugger-Expreß auf.

In den Jahresfahrplänen 2007 und 2008 gab es für die RB 37117 Samstags eine separate Lage, da an diesen Tagen eine Überholung durch den samstäglichen RE 3385 Nürnberg-Lindau „Allgäu-Franken-Express“ notwendig war. RB 37115 verließ Donauwörth etwas früher, wurde in Mertingen Bahnhof überholt und war ab dort in der Lage von RB 37115 unterwegs.

Vom Sommer 1974 an gab es Sonn- und Feiertags im Abschnitt Donauwörth-Mertingen Bahnhof einen im Kursbuch veröffentlichten Leertriebwagen im Angebot, der dem Fahrzeugtausch der auf der Nebenbahn Mertingen-Wertingen eingesetzten Fahrzeuge diente. Der Zug war unter einer Lt-Zugnummer im Kursbuch veröffentlicht – interessanterweise fehlt der Hinweis auf den Triebwageneinsatz, während er auf der Folgeleistung N 6066 Mertingen-Wertingen angegeben ist. Zum Einsatz kam im Winter 1974/75 eine ETA 515+ESA 815 Garnitur.

Vom Winter 1975/76 an verkehrte der Zug durchgehend von Donauwörth bis Wertingen unter der Zugnummer N 6066, Sommer 1976 hieß er N 6064, danach wieder N 6066. Als zum Sommer 1977 ein Großteil des Fahrplans und der komplette Wochenendverkehr eingestellt wurde entfiel auch dieser Zug.

Der nächste Zug hat seine Wurzeln wieder in den 1930er Jahren. Er entstand direkt mit der Elektrifizierung 1935 und bot am späten Vormittag eine Fahrtmöglichkeit auf der Strecke. P 508 bot zunächst nur die 3. Klasse und hatte beschränkte Gepäckbeförderung, wurde also aus einem ET85 gebildet. 1937/38 hatte er zwar weiterhin nur noch die 3. Klasse war nun aber aus Lok und Wagen gebildet. Anfangs des 2. Weltkrieges ist der Zug zunächst entfallen, im Jahresfahrplan 1943/44 taucht er dann allerdings in einer etwas früheren Lage wieder im Fahrplan auf – sogar mit 2. und 3. Klasse. Er bleibt auch in der Nachkriegszeit im Fahrplan – wird jedoch zeitlich mehrfach etwas verlegt und führt nur noch die 3. Klasse und hält nun auch in Westendorf und Herbertshofen.

Während der Zug in den 1960er-Jahren sehr beständig verkehrte wurde er zum Sommerfahrplan 1972 30 Minuten später gelegt – und auch in den darauf folgenden Fahrplanperioden gab es mehrfach zeitliche Verschiebungen. Ab Sommer 1973 entfiel außerdem auch bei diesem Zug der Halt in Gersthofen, 1974 erhielt er seine langjährige Zugnummer N 5017

Die späten 1970er-Jahre waren dann wieder sehr beständig.

Im Winter 1974/75 wurde der Zug je nach Wochentag sehr unterschiedlich gebildet. Unter der Woche wurde er artrein aus 5 Umbauwagen gebildet, Samstags war es ein Altbaupackwagen und drei Silberlinge, Sonntags waren es 4 Silberlinge.

Die Wagen des N 5017 kommen mit N 5002 aus Augsburg nach Donauwörth und laufen später am Tag Mo-Fr weiter nach Landsberg, Sa nach Memmingen. Quelle: ZpCR BD München Winter 1974/75.

Im Winter 1977/78 ist die Zugbildung und der Wagenumlauf noch fast unverändert, einzig Mo-Fr wurden zwei Zweitklassumbauwagen durch Silberlinge ersetzt. 1970 ist eine E44 die Zuglok, spätestens ab 1974 dann eine E17. Ulrich Budde zeigt auf www.bundesbahnzeit.de ein schönes Foto des Zuges bei der Ankunft in Augsburg, ein anderes mal wurde er von ihm bei Langweid (Lech) fotografiert. Der Zug ist sogar beide Male gemäß ZpCR fast korrekt gereiht.

Zum Sommer 1983 rutsche der Zug wieder etwa 30 Minuten später, doch bereits im Winterfahrplan 1983/84 wurde er gar um 50 Minuten vorverlegt. Ab Sommer 1984 hielt er auch in Gersthofen und hatte eine nach Wochentagen getrennte Lage. Montag-Samstag (auch wenn diese Tage ein Feiertag waren) verkehrte er nun als N 5019. Auch im Winter 1984/85 galt diese Trennung noch, er verkehrte aber wieder 30 Minuten später und hielt nicht mehr in Gersthofen.

In Ergänzung zu dem Mo-Sa verkehrenden N 5019 gab es ab Sommer 1984 den Sonntags (aber nicht an Feiertagen!) verkehrenden N 5017, der eine veränderte Fahrlage durch eine nicht erforderliche Überholung in Meitingen hatte. Grund für diese etwas ungewöhnliche Konstruktion war folgender: Mo-Sa verkehrte der IC 563 „Hans Sachs“ Nürnberg-München auf der Strecke, der N 5019 in Meitingen überholte, Sonntags war diese Überholung nicht nötig da in der Fahrlage des „Hans Sachs“ ab Nürnberg (Abfahrt 10:02 Uhr) der etwas langsamere E 3003 Bad Kissingen-München verkehrte, vor dem sich N 5017 ohne Überholung knapp bis Augsburg Hbf durchretten konnte. Mo-Sa verkehrte der Eilzug aus Bad Kissingen als E 3005 etwas später ab Nürnberg, so dass er auch trotz der an diesen Tagen wegen der Überholung späteren Ankunft des N 5017 erst nach diesem in Augsburg eintraf. Ab 1985 war dieses Konstrukt nicht mehr notwendig, da der „Hans Sachs“ nun über Ingolstadt verkehrte, N 5017 verkehrte nun wieder täglich. Ab Sommer 1988 hielt der Zug auch wieder in Gersthofen. Zum Jahresfahrplan 1991/92 entfiel der Zug N 5017 ersatzlos, da der vorherige N 5015 30 Minuten später gelegt wurde und er nur noch 15 Minuten vor N 5017 verkehrt wäre.

Um die durch den Wegfall des N 5017 entstandene Lücke zu kompensieren entstand nach einem Jahr Pause zum Jahresfahrplan 1992/93 ein neuer zumindest an W(Sa) verkehrender N 5017 in einer späteren Lage mit einer Abfahrt in Donauwörth erst um 11:37 Uhr. Bereits zum nächsten Jahresfahrplan wurde dieser Zug aber wieder umgestaltet, er wurde nun mit dem bisherigen E 3175 Aalen-Donauwörth zum neuen E 3175 Aalen-Augsburg durchgebunden, dieser Zug hielt aber zwischen Nördlingen und Augsburg an allen Unterwegsstationen. So erlebte er noch zum Jahresfahrplan 1995/96 die Umwidmung zum RE 3175, im Folgejahr verkehrte er jedoch nicht mehr, stattdessen wurde in dieser Fahrlage ein SE Donauwörth-München mit Doppelstockwagen angeboten.

Ein zweiter Mittagszug entstand erst in der zweiten Hälfte der 1950er Jahr mit P 1112. Dieser verließ 1957 Donauwörth gegen 12:30 Uhr und damit fast zwei Stunden nach dem oben vorgestellten P 1110. Bis spätestens zum Winterfahrplan 1969/70 war daraus eine nach München durchgebundene Personenzugleistung geworden – damals eine absolute Besonderheit.

Ab 1974 hieß die Zugnummer N 3115, ab Augsburg verkehrte er als E 3115. Ulrich Budde zeigt ein Foto des Zuges abfahrbereit in Donauwörth im September 1976. Im Winter 1977/78 wurde der Zug nur noch aus den drei Silberlingen gebildet. Auch dieser Zug verkehrte jahrelang nur mit Minutenänderungen.

Die Durchbindung nach München bestand bis Sommer 1991, ab dem Jahresfahrplan 1991/92 verkehrte in dieser Fahrlage der N 5119, der auch nur noch die 2. Klasse führte. Im Jahresfahrplan 1995/96 gab es eine Doppellage an W(Sa) als RB 5019, an C als RB 5039. In den 1990er Jahren rutschte der Zug etwas früher, überstand diese Zeiten sonst jedoch unverändert. 2007 und 2008 gab es wiederum eine Doppelführung an W(Sa) und C zu leicht unterschiedlichen Zeiten, 2009 ging auch diese langjährige Verbindung im Fugger-Express auf.

Als letzte Züge für diesen Teil der Serie bleiben noch zwei nur kurzzeitig angebotene Mittagsleistungen. Im Sommer 1939 wurde Werktags eine Vorortleistung Meitingen – Augsburg unter der Zugnummer P 3873 angeboten, die mit Kriegsausbruch offensichtlich sofort wieder aus dem Fahrplan verschwand. Spätestens zum Winterfahrplan 1948/49 taucht in der Nachkriegszeit wieder ein entsprechender Zug im Fahrplan auf, jetzt sogar als täglicher P 3816 Meitingen-Augsburg. Ab dem Winter 1949/50 verkehrt dieser Zug sogar bereits ab Mertingen Bahnhof. Mitte der 1950er scheint er wieder entfallen zu sein, 1953 kann ich ihn letztmals nachweisen, 1957 gab es ihn sicher nicht mehr. Durch die Einführung des oben vorgestellten P 1112 bestand ja nun etwas früher eine Fahrtmöglichkeit auf der Gesamtstrecke.

Abschließend geht es nochmal um einen Durchläufer nach Wertingen. Ab 1970 wurde der Sonntagsverkehr auf der Nebenbahn erst Mittags aufgenommen, zudem übernachtete damals von Sa auf So keine Garnitur in Wertingen am Endpunkt. Deshalb musste Sonntag Mittags ein Fahrzeug zugeführt werden. Dies geschah mit N 4424 Donauwörth-Wertingen, der aus einer VT98-Garnitur bestand und bis 1971 im Fahrplan blieb.

Stand: 5.3.2013

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