Wurzeln des Vorarlberg-Express: Aufschwung im 2.Weltkrieg und Wiederbelebung nach dem Krieg

Von Markus Egger

Link zur Vorgeschichte 1921-1939

Nach dem Ausbruch des 2. Weltkrieges erlebte der Vorgänger des Vorarlberg-Express interessantweise eher eine Aufwertung – bis 1941 ist aus unserem Zug ein ganzjährig verkehrendes Zugpaar Ulm-Innsbruck über den Arlberg geworden. Weiterhin gibt es Kurswagen, die allerdings nun aus Münster (Westf) statt aus den Niederlanden kommen und so den geänderten Rahmenbedingungen im Krieg Rechnung tragen. Eine Neuordnung gab es auch bei den Zugnummern, der ehemalige D 408/407 firmiert nun als D 208/207, der alte D 208/207, der vorrangig den Berliner Kurswagen diente verkehrt nun als neuer D 338/337 Crailsheim – Friedrichshafen. Ab Ulm verkehrt der D 208 gegenüber dem ehemaligen D 408 knapp eine Stunde später.

Ungewöhnlich ist, dass sowohl D 208 Mittags als auch D 207 in der Gegenrichtung Abends circa 90 Minuten Aufenthalt in Lindau Hbf haben, für den ich bisher keinen triftigen Grund finden konnte. Die Begegnung von D 208 und D 207 findet übrigens gegen 14:45 bei St. Anton am Arlberg statt. Außer den Lurswagen aus Münster führt unser Zugpaar nun keine Kurswagen mehr.

Der Fahrplan des D 208/207 im Sommer 1941. Datengrundlage: http://www.deutsches-kursbuch.de

Dieser Fahrplan galt dann zunächst recht konstant in den ersten Kriegsjahren – es gab nur minimale Fahrzeitverschiebungen im Minutenbereich, ab Sommer 1942 kamen die Kurswagen auch nur noch aus Dortmund statt Münster (Westf). Ab Sommer 1943 gab es dann doch merkbare Fahrzeitverlängerungen, die jedoch für Fahrgäste auf der Gesamtstrecke nicht sehr spürbar wurden, da dafür der überlange Aufenthalt in Lindau immer mehr gekürzt wurde.

Größere Änderungen kamen dann zum Winterfahrplan 1943/44 zum Tragen. Im Abschnitt Ulm-Innsbruck verkehrte D 208/207 zwar weiter fast unverändert, auf besondere Anordnung hin verkehrte D 208/207 nun durchgehend auf der Strecke Dortmund-Innsbruck und somit fast so wie später der Vorarlberg-Express! Wenn D 208/207 nur ab Ulm verkehrte gab es weiterhin die Relation Dortmund-Innsbruck als Kurswagen im D 108/107. Zwischen Dortmund und Ulm diente D 208/207 bei Verkehren als Entlastungszug für D 108/107 und lief zeitlich etwa 10 Minuten vor diesem. Diese Regelung galt auch im letzten Kriegsfahrplan 1944/45 noch so.

D 208 lief zwischen Dortmund und Duisburg über Bochum – Essen, sein Gegenzug D 207 am Morgen jedoch über Oberhausen – Gelsenkirchen – Herne. Datengrundlage: http://www.deutsches-kursbuch.de

1945 kam unser D 208/207 zusammen mit dem fast gesamten Schnellzugverkehr zum Erliegen und in den Folgejahren gab es zunächst dringlichere Verbindungen, die wieder herzustellen waren. Bereits spätestens im Winter 1948/49 verkehrte der Mutterzug D 108/107 Münster-München wieder, ob es hierzu auf der Südbahn einen Anschluss gab, kann derzeit leider nicht ergründen, da mir für diese Zeit nur ein Kursbuch Südbayern vorliegt.

Ein Jahr später im Winter 1949/50 sieht der Verkehr schon wieder deutlich üppiger aus. Aus D 108/107 Münster-München ist zwischenzeitlich der FD 108/107 Arnhem-München geworden, zu diesem verkehrt ein fast zeitgleicher Entlastungszug D 408/407 Münster-München, der immerhin bereits wieder Kurswagen nach Oberstdorf führt. Als Zubringer vom und zum Bodensee gibt es noch keine Kurswagen aber immerhin bereits wieder einen Eilzug 3. Klasse als E 510/509 Ulm – Friedrichshafen Hafen. Das ist dann quasi back to the roots eine Direktverbindung zum Hafenbahnhof. Anschluss nach Lindau gibt es nur in Form eines Personenzugs.

Neu gegenüber früher sind die Halte in Schussenried (nur südwärts) und Meckenbeuren. Immerhin hält E 510/509 nicht auch noch in Durlesbach, sonst wäre die Schwäb’sche Eisebahn komplett;) Datengrundlage: Amtliches Kursbuch Winter 1949/50.

Bis zum Sommer 1951 sind dann auch die Kurswagen aus Dortmund zurückgekehrt, damit ist dann zumindest wieder eine Direktverbindung von Westdeutschland an den Bodensee möglich, wenn auch noch nicht wie vor dem Krieg nach Vorarlberg. Der nun E 508/507 genannte Zug dient als Träger der Kurswagen, die in der Hochsaison mit D 308/307 Dortmund-Oberstdorf und der Nebensaison mit D 408/407 Münster-München bis/ab Ulm weiterbefördert werden. In Schussenried wird auch nordwärts gehalten, außerdem gibt es eine leichte Beschleunigung sowie abends eine zeitliche Verschiebung.

Datengrundlage: Amtliches Kursbuch Sommer 1951.

Im Sommer 1953 führt E 508/507 nicht mehr nur eine Kurswagenrelation sondern eine ganze Kzurswagengruppe und verkehrt wieder bis Lindau:

  • Den Haag (D 308) – Ulm (E 508) – Lindau (2704) – Feldkirch (D 204) – Innsbruck (3.VII.-29.VIII.)
  • Krefeld (D 308) – Ulm (E 508) – Lindau (bis 2.VII. und ab 30.VIII.)
  • Dortmund (D 808) – Neuß (D 308) – Ulm (E 508) – Friedrichshafen Stadt
  • Schlafwagen 3. Klasse Dortmund (D 808) – Neuß (D 308) – Ulm (E 508) – Lindau

(Hinweis: Schlafwagen 3. Klasse nannten sich Liegewagen bis zur Einführung dieses Begriffes)

Ein Fahrplan aus diesem Jahr liegt mir leider nicht vor.

Zwischen 1953 und 1957 ist daraus dann der D 352/351 „Vorarlberg-Express“ geworden, doch davon soll in ein ander mal erzählt werden.

 

Möglichkeiten zur Mithife und Offene Fragen:

  • Wann genau wurde aus E 508/507 der D 352/351 „Vorarlberg-Express“?
  • Ab wann verkehrte E 510/509 nach dem Krieg wieder
  • Bespannungen und Zugbildungen

Stand: 1.5.2013

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