Reisebericht: Mit Bus und Bahn an den Uracher Wasserfall

Von Markus Egger

Ein Tagesausflug zum Wandern in die schöne Schwäbische Alb war mein Plan für den Samstag 8.6.2013. Die Erreichbarkeit dieser Region von meiner Heimat Augsburg aus hat sich deutlich verbessert, denn hier gibt es seit kurzem einen direkten Fernbus – angeboten durch die miteinander verbundenen Tübinger und Reutlinger Unternehmen Kocher und Lutz mit ihrer Münchenlinie. Um es aber trotzdem abwechslungsreich zu halten, war auf dem Rückweg die Nutzung klassischer Regionalbus/Bahnstrecken geplant.

Los ging es morgens um 7:26 Uhr bei mir in Inningen mit RB 57849 Lagerlechfeld-Augsburg der Kneipp-Lechfeld-Bahn los, um zum „Fernbusbahnhof“ von Augsburg zu kommen.

Für RB 57849 war an diesem Tag 642 217 eingeteilt. Foto: Markus Egger

In Augsburg angekommen stand dann erstmal ein Fußmarsch zum Königsplatz an, um an dort die Straßenbahnlinie 64 nach P&R Augsburg Nord zu erreichen.

Wagen 873 vom Typ „Cityflex“ – ein Produkt aus dem Hause Bombardier – brachte mich an den nördlichen Stadtrand. Foto: Markus Egger.

Als Einheimischer wusste ich dort angekommen wenigstens wo der „Fernbusbahnhof“ zu finden ist, als Ortsunkundiger hätte wohl nur Fragen geholfen. Man gehe aus der Tram ausgestiegen also über die Regionalbusbusteige, den P&R-Platz, halte sich dann rechts Richtung Gewerbegebiet und finde dann unscheinbar eine kleine asphaltierte Fläche mit einigen in die Luft ragenden Haltestellenmasten – das ist der Internationale Fernbusbahnhof zu Augsburg. Pläne da was richtiges draus zu machen gibt es seit er hierher verlegt wurde (früher hielten Fernbusse in der Stadtmitte), genauso lange fehlt aber das Geld hierfür. Die Infrastruktur besteht neben den Haltestellenstangen aus einem Papierkorb mit Ascher.

Von hier aus kann der Augsburger in die weite Welt reisen – egal ob Spanien oder Ukraine, ob Rumänien oder Bad Urach – alles ist möglich. Um manchen Fahrplan lesen zu können muss man aber auf den Boden liegen oder eine Leiter mitbringen. Foto: Markus Egger.

Bevor mein Bus kam, kam aber erst noch ein anderer. Dieser Tourismo eines unbekannten Unternehmens war auf der Linie Köln-Tschernigow in der Ukraine unterwegs.

Das anbietende Unternehmen dieser Linie konnte ich im Internet leider nicht herausbekommen – wer kann helfen? Foto: Markus Egger.

Mit ein paar Minuten Verspätung kam dann aber „meiner“. Ein Mercedes-Benz Tourismo mit dem Kennzeichen RT-L 995 war für die Frühfahrt von München nach Tübingen eingeteilt. Mit mir an Bord 11 Fahrgäste durchaus internationaler Herkunft. Auf der Autobahn kam übrigens der morgendliche Gegenkurs Tübingen-München entgegen, der wegen starken Andrangs sogar mit zwei Fahrzeugen gefahren wurde. In 95 Minuten Fahrzeit wurde dann Bad Urach erreicht, bis Merklingen wurde die A8 genutzt, dann geht es über Landstraßen. Diese Reisezeit ist voll konkurrenzfähig zu Schienenumsteigeverbindungen über Plochingen bzw. Stuttgart, auch für Reutlingen und Tübingen ist das von Augsburg und München aus zeitlich interessant.

In Bad Urach wurde dann zuerst zum bekannten Wasserfall gewandert, leider war die Treppe direkt am Fall hochwasserschädenbedingt nicht begehbar, so dass ein kleiner Ausweg außen rum auf die obere Ebene anstand.

Hier schaut der Uracher Wasserfall aus dem Wald. Foto: Markus Egger.

Oben am Berg angekommen mann man dann schön sehen wie das Wasser aus einer Karstquelle in der Steilwand kommt, vielleicht 50m wie ein Bach fließt und sich dann erst mal ordentlich in die Tiefe stürzt.

Außerdem lädt dort ein Kiosk und einige schattige Bierbänke zum Verweilen und Brotzeiten ein.

So kann mans aushalten! Lohn für den Anstieg zum Wasserfall.Foto: Markus Egger

Anschließend ging es weiter nochmal hoch zur Ruine Hohenurach.

Oben gibt es herrliche Ausblicke auf die Alblandschaft – hier der „Runde Berg„:

Nach der Rückkehr ins Tal wurde der Bahnhof Bad Urach aufgesucht – eigentlich aber nur zum Fahrkartenerwerb, ich löste dort gleich eine Fahrkarte Herrlingen-Inningen, den Weg bis Herrlingen bei Ulm wollte ich ja mit dem Bus zurücklegen. Auf dem Weg zum Bahnhof kam auch 650 008 und 650 020 der RAB als RB 22968 des Weges.

650 008 bei der Einfahrt in den Bahnhof Bad Urach – gut gefüllt und auch für die Rückfahrt standen schon recht viele Fahrgäste bereit! Foto: Markus Egger.

Nach einem Zwischenaufenthalt im Eiscafe ging es dann um 14:33 mit der RAB-Linie 7242 (ab Laichingen DING-Linie 30) nach Blaustein weiter, die ich bis zum Bahnhof Herrlingen nutzen wollte. Die Linie fährt mit einzelnen Fahrten bis Ulm, die meisten sind aber in RB 22379Blaustein vor den Toren der Stadt gebrochen. Auftragnehmer Frank aus Laichingen führte die Fahrt für die RAB mit einem Integro durch.

Vor der Abfahrt am Busbahnhof Bad Urach. Danach geht es 90 Minuten kreuz und quer über die Alb. Foto: Markus Egger.

Beeindruckend war das Verlassen der Albhochfläche bei Wipplingen Richtung Herrlingen mit toller Fernsicht auf den im Tal aufragenden mächtigen Turm des Ulmer Münsters in der Ferne!

Angekommen in Herrlingen gab es dort etwa 10 Minuten Wartezeit auf RB 22379. Herrlingen ist noch örtlich besetzt mit einem Dr S2-Stellwerk. Planmäßig werden sogar noch alle drei Gleise für Personenzugabfahrten genutzt, Gleis 1 aber nur einmal täglich, wohl bei Überholungen.

Gebildet wurde die RB von 628 573 der mich noch die restlichen 10 Minuten nach Ulm hinein brachte.

Angekommen in Ulm hat der 628 schon wieder für die Rückfahrt nach Ehingen umgeschildert. Foto: Markus Egger

Weiter gings mit EC 1217 Karlsruhe-Klagenfurt (Hochwasserbedingt nur bis München) nach Augsburg und mit RB 57832 Augsburg-Landsberg zurück nach Inningen.

Fazit: eine schöne Tour die Lust auf einen Folgebesuch in der Schwäbischen Alb gemacht hat – es gibt da noch mehr Ecken wo ich noch nicht war!

Stand: 9.6.2013

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