Reisebericht: Dreiländertour entlang von Ilz, Moldau und Mühl

Von Markus Egger

Äußerst vielfältigen und spannenden ÖPNV hat die Dreiländerregion zwischen den Städten Passau, Ceske Budejovice und Linz zu bieten. Es gibt so viel zu entdecken, dass man an einem Tag nur die schönsten Strecken abfahren kann.

Los ging es für mich bereits am Freitag Nachmittag mit der Anreise aus Augsburg an den Tourausgangspunkt nach Passau. Die Anreise erfolgte – u.a. da der Fernverkehr mal wieder mit Abwesenheit in Form von Verspätungen zwischen +15 und +60 glänzte – mit dem Fugger-Express bis München, ab dort mit dem Donau-Isar-Express bis Plattling, von wo aus SEV nach Passau wegen Bauarbeiten bestand. Der genutzte Donau-Isar-Express RE 4078 hat die Besonderheit, dass er bis Freising mit RB 59260 München-Landshut vereinigt geführt wird. Der Zug bestaht aus drei 440ern, die ersten beiden gehen planmäßig nach Passau, der letzte bildet ab Freising die dem RE bis Landshut folgende RB. Ungewöhnlich: Ein geflügelter Zug, bei dem nach der Flügelung beide Zugteile denselben Bahnhof anlaufen (Landshut)!

Die vereinigten RE 4078 München-Plattling und RB 59260 München-Landshut mit dem führenden 440 044 in München Hbf.

In Plattling hätte Anschluss an ICE 29 nach Wien über Passau bestanden, der aber Ausfall hatte, der Ersatzzug für ihn hatte +60 – insofern war ich froh sowieso nur die Fahrt mit dem SEV vorgesehen zu haben, in einem Tourismo von Uhrmann aus Passau ging es in die Dreiflüssestadt.

Angekommen in Passau wird aus dem Reisewagen von Uhrmann Gepäck ausgeladen. Im Hintergrund ist ein Irisbus Axer von Eichberger ebenfalls als SEV angekommen, der mittels Fahrradträger den Fahrradtransport sicherstellte.

Am nächsten Morgen stieß mein Mitfahrer und Reiseorganisator hinzu und es ging gleich um 7:35 Uhr wieder am Hauptbahnhof los, mit der ersten Ilztalbahn des Tages nach Waldkirchen (Niederbayern). Letztere war sehr gut besetzt – auch für die Rückfahrt standen in Waldkirchen bereits wieder zahlreiche Fahrgäste bereit.

Reger Fahrgastwechsel am Wendebahnhof in Waldkirchen – das sieht irgendwie nicht nach abgelegener Nebenbahn im Bayerwald sondern nach Hauptverkehrszeit im S-Bahn-Verkehr aus…

In Waldkirchen bestiegen wir den Anschlussbus der RBO-Linie 6177 nach Haidmühle Grenze. Auch der war bei Abfahrt dann wieder so gefüllt, dass einzelne stehen mussten! Mit dieser Linie wird der seit 1963 SPNV-freie und inzwischen vollständig abgebaute und entwidmete Abschnitt Waldkirchen-Haidmühle der früher grenzüberschreitenden Eisenbahnverbindung Passau-Haidmühle-Wallern (heute: Volary) überbrückt.

Hier kommt er angerollt, unser Anschlussbus nach Haidmühle Grenze, ein Setra 315UL der RBO.

Im Setra überquerten wir dann die deutsch-tschechische Grenze und wurden am Bahnsteig des tschechischen Bahnhofs Nove Udoli „ausgeladen“ wo uns dann schon „Taucherbrille“ 754 039 mit ihrem Os 8110 gebildet aus zwei Doppelstockwagen und einem Packwagen erwartete. Mit dieser Garnitur ging es dann durch den wunderschönen Nationalpark Sumava bis Cesky Krumlov. Dort gibt es neben der schon UNESCO-Welterbe gewürdigten Altstadt dann auch die Welterbe-verdächtige Böhmische Küche und das Böhmische Bier zu genießen.

754 039 wartet im Bahnhof Cerny Kriz auf die Kreuzung mit und den Anschluss aus dem Zug Volary – Nve Udoli.

Blick über Cesky Krumlov (deutsch: Krumau)

Nach diesem Kulturprogramm stand wieder ÖPNV auf dem Plan: Wir begaben uns zum Autobusove Nadrazi, von wo aus wir mit dem Regionalbus der CSAD Autobusy Ceske Budejovice (übrigens inzwischen ein Tochterunternehmen des ÖBB Postbus) nach Cerna v Posumavi am Moldaustausee fuhren.

Der Busbahnhof von Cesky Krumlov versprüht noch den Charme vergangener Jahre. Im Busbahnhofsgebäude (rechts hinter den Bäumen) ist neben Wartesaal, Fahrkartenschalter, Friseur (!) und Kneipe im 1.Stock der Dispachter und ein Büro des Unternehmens angesiedelt – von solch einer Infrastruktir kann man an einem deutschen Busbahnhof nur träumen! Da nimmt man auch den fehlenden Wetterschutz an den Bahnsteigen und den staubigen Weg in Kauf!

Noch ist unser Bus abgestellt, in Kürze wird er aber als Linienbus nach Cerna v Posumavi fahrhen. zum Einsatz kommt ein Bus des tschechischen Herstellers SOR vom Typ C12.

In Cerna angekommen bringt uns ein vorab bestelltes Taxi die etwa 6 km hinunter nach Dolni Vltavice zum Fähranleger einer Fährverbindung über den Moldaustausee. Unter der Woche würde hier auch ein Bus fahren, am Wochenende leider nicht. Mit der stündlich verkehrenden Fähre geht es dann hinüber aufs andere Ufer, wo die österreischische Grenze nur noch wenige hundert Meter entfernt ist.

Hier ist die Fähre bereits auf der Südseite des Moldaustausees angekommen. Die österreichische Grenze ist nur noch wenig entfernt.

Auf dieser Seite des Sees ist der ÖPNV dann aber nicht wirklich existent, so dass wir die nächsten Kilometer über die Grenze und bis in den nächsten halbwegs größeren Ort in Österreich wieder mit dem Taxi zurücklegen mussten, zu Fuß hätten wir den Anschluss zum nächsten Highlight verpasst. So brahcte uns dann ein österreichisches Taxi nach Aigen-Schlägl. Hier konnten wir dann in aller Ruhe auf 5047 072 und 5047 075 warten, die uns als R 4403 auf der Mühlkreisbahn nach Linz-Urfahr bringen sollten. Die Fahrt mit der Mühlkreisbahn ist ebenfalls wieder ein absolutes Erlebnis – gerade im 5047 mit seinen Übersetzfenstern und Plüschpolstern! So ließen wir uns durch die vielen Kurven, talwärts entlang der Großen Mühl Richtung Donau schaukeln – bei teilweise herrlichen Sommerabendstimmungen.

R 4403 abfahrbereit im wohltuend aufgeräumten und gepflegten Bahnhof Aigen-Schlägl! Sogar der Wartesall und die Toilettenanlage hat geöffnet, obwohl der Bahnhof unbesetzt ist!

Abendstimmung an der Großen Mühl

Nach 90 Minuten kurzweiliger Fahrt war dann Linz-Urfahr erreicht, von wo aus es mit der Straßenbahn nach Linz Hbf ging. Hier trennten sich dann die Wege meines Reisebegleiters  von meinen, ich fuhr mit RJ 68 und dem CNL-„Pollux“-Anhängsel IC 60418 zurück nach Augsburg.

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