Die Nachfolger von E 554/555 von 1960-1975

Von Markus Egger

Link zu E 554/555 bis 1957

Der zum Städteeilzug Nürnberg-München degradierte E 554/555 erlebte von 1957 bis 1962 kaum Änderungen. Südwärts konnte E 554 bei gleichbleibenden Halten um etwa 20 Minuten durch die erhöhten Streckengecshwindigkeiten beschleunigt werden. Beim Gegenzug E 555 wurde die gleiche Zeitarsparnis nur unter Aufgabe der Halte Augsburg-Oberhausen, Pleinfeld, Georgensgmünd und Roth erreicht. Kurswagen gab es weiterhin nur nordwärts in der Verkehrsbeziehung München-Coburg.

Datengrundlage: Amtliches Kursbuch Sommer 1962.

Bis 1966 wurde der Zug südwärts nochmals einige Minuten schneller, diesmal jedoch unter Entfall des Haltes in Maisach. Nordwärts kam zumindest der Halt in der Kreisstadt Roth wieder hinzu. Bespannt wurde E 554 z.B. 1964 von Augsburger E17, davor war es meist eine E19. Auch E18 gab es immer wieder in den 1960ern vor dem Zugpaar.

Datengrundlage: Amtliches Kursbuch Sommer 1966.

Mit den Zugnummernreformen um 1970 herum verlor unser Zugpaar seine hochwertige dreistellige Zugnummer und hieß zunächst E 1920/1921. Ansonsten war bis auf Minutenänderungen auch im Winter 1969/70 noch der gleiche Fahrplan gültig.

Datengrundlage: Amtliches Kursbuch Winter 1969/70.

Ab 1970 wird unser Zugpaar wieder spannender. Südwärts bekommt (nach Zugnummerntausch mit der Gegenrichtung) E 1921 zumindest am Wochenende Kurswagen für Ausflügler nach Berchtesgaden und Salzburg, zurück nach Nürnberg kommen diese jedoch mit E 1934 über Ingolstadt (Ankunft in Nürnberg um 20:34). Gegenzug E 1920 hat nur noch Mo-Fr Kurswagen nach Coburg und wird an Samstagen und Sonntagen (nicht aber an Feiertagen, da gibt es wiederum die Kurswagen) selber nach Coburg verlängert. Zusätzlich gibt es am Wochenende im Abschnitt Nürnberg-Coburg Kurswagen (2 Silberlinge) Innsbruck-Coburg, die am Morgen mit den Vorläufern des Dolomiten-Express von Coburg nach Innsbruck gekommen sind und am Nachmittag mit diesem Zug über Ingolstadt nach Nürnberg kommen.

Datengrundlage: Amtliches Kursbuch Sommer 1971.

1972 wurde der abendliche E 1920 von Augsburger 117 bespannt, im Winter 1974/75 waren es unter der Woche sogar Nürnberger 140 (!), Samstags Würzburger 118, Sonntags wiederum 117er. Der morgendliche E 1921 wird 1973 von Nürnberger 110ern gezogen.

Die Augsburger 117 107 hatte am 12.8.1972 die Aufgabe E 1920 zu bespannen. Hier steht sie (auf dem Foto ganz rechts) abfahrbereit im Münchener Hauptbahnhof. Foto: DSO-User Plumps.

Dies blieb zunächst so bis einschließlich zum Jahresfahrplan 1973/74. 1974 erhielt unser Zug dann Zugnummern aus der 3000er-Nummernreihe und nannte sich E 3005/3008, südwärts hielt der Zug neu in Mertingen Bahnhof. Die morgendlichen Kurswagen nach Berchtesgaden und Salzburg entfielen wieder, Kurswagen gibt es überhaupt nur noch nordwärts und nur noch nördlich Nürnberg und am Sonntag – dafür haben sie gleich den illustren Laufweg Verona-Coburg und sind die Rückführung der Kurswagen aus dem Dolomiten-Express.

Datengrundlage: Amtliches Kursbuch Sommer 1974.

Für den Sommer 1974 liegt mir für den Verkehrstag Montag zumindest die Zugbildung als Abschrift für den Abschnitt Nürnberg-München vor:

E 3005: MDyg+Bn+Bn+Bn+ABn+Bm+Bm+Bm+ABm+ABn

E 3008: Postmr+Dm+ABn+Bym+Bym+ABn+Bn+ABn+Bn+Bn+Dy

E 3005 ist also durchaus auch höherwertiger gebildet als sein Gegenzug, der eine der ganz seltenen damaligen Züge mit Mitteleinstiegswagen auf Donauwärth-München ist und sogar noch einen Altbaupackwagen führt. E 3005 dagegen hat sogar einihe Abteilwagen im Zugverband.

1972 hat Ulrich Budde den morgendlichen E 1921 noch mit 119 002 fotografiert.

Ein schönes Foto des abendlichen E 3008 von 1974 ist auf der Homepage der Eisenbahnstiftung veröffentlicht (Autor: Frank Lüdecke).

1975 wird der südwärts laufende E 3005 deutlich aufgewertet und verkehrt nun beschleunigt und nur noch die Schnellzughalte bedienend als E 2781. Die zwischen Nürnberg und Treuchtlingen entfallenden Zwischenhalte Schwabach, Roth, Georgensgmünd, Pleinfeld und Weißenburg wurden durch den neu eingerichteten nachfolgenden E 3441 Nürnberg-Treuchtlingen bedient, der Halt in Mertingen Bahnhof entfiel ersatzlos nach nur einem Jahr wieder. Das Kursbuch preist diese Beschleunigung um fast 30 Minuten mit dadurch in München zu erreichenden Anschlüssen nach  Garmisch-Partenkirchen, Split, Klagenfurt, Innsbruck, Salzburg und Graz  – in die halbe Welt quasi – an. In der Gegenrichtung erhält E 3008 diese Beschleunigung nicht, er hält sogar wieder neu in Pleinfeld. Kurswagen hat auch E 3008 nicht mehr.

Datenrundlage: Taschenfahrplan Schwaben-Allgäu Sommer 1975.

Wie sich diese Änderung bewährt hat erzählt die demnächt erscheinende nächste Folge.

Vielen Dank an DSO-User OZL-Lokd. für die Bespannungsangaben und Plumps für das Foto des Zuges.

Möglichkeiten zur Mithilfe:

  • Fotos
  • Erinnerungen
  • weitere Bespannungen
  • Zugbildungspläne

Stand: 8.11.2013

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