E 3172: Ein Zug mit Nordwestdrang

Von Markus Egger

Nachdem die schnelle Morgenverbindung mit VT24.6 E 1880 Kulmbach-Würzburg zum Winterfahrplan mit dem bisherigen D 401 zum neuen E 870 Kulmbach-Fulda durchgebunden worden war erlebte dieser Zug eine kurze, recht turbulente Karriere und bot sogar Kurswagen Kulmbach-Puttgarden. Doch bereits nach eineinhalb Jahren zum Sommer 1974 war diese Phase schon wieder beendet. Der Zug firmierte nun als E 2270 und verkehrte täglich Kulmbach-Fulda – nun jedoch ohne Kurswagen.

E 2270 war gegenüber E 870 noch fast unverändert was die Verkehrshalte und Fahrplanlage angeht. Datengrundlage: Amtliches Kursbuch Sommer 1974.

Der Stammzug Kulmbach-Fulda ist dabei erstaunlich kurz: Er besteht nur aus zwei Silberlingen (ABn und Bnr). Montag-Samstag wird dieser Kurzzug im Abschnitt Kulmbach-Würzburg immerhin noch verstärkt um einen Bm, Montag-Freitag im Winter um einen weiteren Bm, im Sonner ist dieser Verstärkungswagen ein Bnrz. Sonntags besteht der Zug also über den ganzen Laufweg nur aus zwei Wagen, ab Würzburg sind es täglich nur zwei.

Den Stammzug Kulmbach-Fulda stellt die BD Kassel, die Verstärkungswagen stammen von Heimatbahnhöfen der BD Nürnberg. Die Wagen kommen immer noch mit einem Leerzug morgens nach Kulmbach. Scan aus dem ZpBR 1974/75.

Bis zum Winter 1976/77 wird der Wandel hin zu einem „normalen“ Eilzug immer deutlicher. Der Zug nennt sich nun E 3172, zahlreiche neue Halte kommen hinzu. Im Abschnitt Kulmbach-Lichtenfels ist dies Hochstadt-Marktzeuln, im Abschnitt Würzburg-Fulda kommen Karlstadt (Main), Sterbfritz, Flieden und Neuhof (Kr Fulda) hinzu.

Im Abschnitt Kulmbach-Bamberg verkehrt E 3172 nur noch Samstags und Sonntags, an den anderen Wochentagen besteht jedoch weiterhin eine Umsteigeverbindung. Mo-Fr verkehrt im Abschnitt Lichtenfels-Bamberg in der Fahrlage des E 3172 der E 1285 Coburg-München, als Zubringer zu diesem verkehrt E 3580 Neuenmarkt-Wirsberg-Lichtenfels.

Datengrundlage: Amtliches Kursbuch Winter 1976/77.

Bereits zum Sommer 1977 gab es die nächsten Einschränkungen bei den Verkehrstagen: Nördlich Bamberg verkehrte E 3172 im Abschnitt Lichtenfels-Bamberg nur noch Sonntags, zwischen Kulmbach und Lichtenfels gar nicht mehr. Als Ausgleich verkehrt E 1285 Coburg-Bologna nun Mo-Sa, ebenso E 3580 Neuenmarkt-Wirsberg – Lichtenfels.

Datengrundlage: Amtliches Kursbuch Sommer 1977.

Im Sommer 1978 dann verkehrte E 3172 nördlich Bamberg gar nicht mehr, diesmal gibt es als Ersatz aber keine Ausweitung der Verkehrstage bei den anderen Zügen, Sonntags klafft nun eine Fahrplanlücke in diesem Abschnitt. Neu hinzu kommt der Verkehrshalt in Retzbach-Zellingen, außerdem verlängert sich der Aufenthalt in Würzburg auf gut 30 Minuten, womit der Zug natürlich für die wenigen wirklich durchfahrenden Gäste relativ unattraktiv wird. Die Durchbindung hat wohl nur noch betrieblichen Charakter.

Datengrundlage. Amtliches Kursbuch Sommer 1978.

1979 werden erstmals auch im Abschnitt Bamberg-Würzburg die Verkehrstage eingeschränkt, hier verkehrt der Zug nun Sonntags nicht mehr. Als weiterer Halt kommt nun Burgsinn hinzu. Richtig flott ist damit E 3172 nur noch im Abschnitt Bamberg-Würzburg, wo weiterhin nur die früheren Schnellzughalte bedient werden, ab Würzburg tendiert der Zug schon fast zum Nahverkehrszug, allerdings war der Nahverkehr Würzburg-Fulda wohl immer – bis heute – sehr schwach nachgefragt. Heute kommt man dort ja umsteigefrei gar nicht mehr von der einen zur anderen Bischofsstadt.

Datengrundlage: Amtliches Kursbuch Sommer 1979.

Im Sommer 1980 verkehrt der Zug zur Abwechslung mal praktisch unverändert, doch bereits 1981/82 steht die nächste Revolution vor der Tür: E 3172 verkehrt nun von Bamberg bis Würzburg vereinigt mit E 2552 Bamberg-Saarbrücken.

Datengrundlage: Amtliches Kursbuch Winter 1981/82.

Folgerichtig wird im nächsten Jahresfahrplan die eigentlich sowieso nur aus betrieblichen Gründen vorgenommene Durchbindung Bamberg-Fulda aufgegeben. E 2552 Bamberg-Saarbrücken führt keine Wagen mehr für E 3172, der „neue“ E 3172 verkehrt nun auf dem Abschnitt Würzburg-Bebra – somit hat er seit 1974 eine deutliche Nordwestwanderung durchgeführt – statt Kulmbach-Fulda nun Würzburg-Bebra. Doch davon soll ein ander mal erzählt werden.

Offene Fragen und Möglichkeiten zur Mithilfe

  • Bespannungen
  • Weitere Zugbildungen
  • Angaben zu den Fahrplänen zwischen 1974 und 1976/77
  • Fotos
  • Erinnerungen

Stand: 24.12.2013

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