Mit dem Bahnbus entlang der Ludwigs-Süd-Nord-Bahn (Teil 2: 1970er-Jahre)

Von Markus Egger

In den 1960er-Jahren hatte sich das Busangebot entlang der Ludwigs-Süd-Nord-Bahn zwischen Donauwörth und Gunzenhausen über Nördlingen zwar nennenswert ausgeweitet, jedoch in zwei unterschiedliche Abschnitte aufgeteilt: Durchgehende Fahrten über Nördlingen hinaus gab es nicht mehr. Die Veränderungen vom zuletzt betrachteten Sommerfahrplan 1968 zum Sommerfahrplan sind nur gering:

Bei den auf Wassertrüdingen orientierten Marktfahrten an Mo und Do gibt es nun eine alternierende Bedienung: Montags fährt man über Obermögersheim (das bisher weder einen Bahn- noch einen Postbusanschluss hatte), Donnerstags über Altentrüdingen, an beiden Tagen werden Großlellenfeld, Kleinlellenfeld, Oberschwaningen und Unterschwaningen bedient. (Link zu einer Topographischen Karte der Region). Neu sind zwei Privatkurse bei denen Schienenfahrausweise nicht anerkannt werden von Donauwörth nach Harburg: Werkatsg um 11 Uhr, Sonn- und Feiertags um 16 Uhr. Eine deutliche Verschiebung gibt es beim Abendkurspaar Nördlingen-Gunzenhausen und zurück: Werkatsg außer Freitag und Samstag verkehrt es etwa 45 Minuten früher, Freitags sowie Sonn- und Feiertags etwa 20 Minuten früher.

Quelle: Amtlicher Taschenfahrplan Schwaben-Allgäu Sommer 1970.

Bereits im Folgejahr wird der Abendkurs Nördlingen-Gunzenhausen und zurück an Mo-Do komplett gestrichen.

Nach der Kursbuchstreckennummernreform nannte sich unsere Linie ab 1972 8831. Kurs 1290, der zeitgleich zu Kurs W2/36 Nördlingen mit Donauwörth über Wemding-Fünfstetten verband gab es nicht mehr, dafür verkehrt nun Kurs W2/36 auch Sonntags. Ebenfalls entfallen ist das mitternächtliche Fahrtenpaar Donauwörth-Harburg und zurück, der bisher werktäglich angebotene Kurs W2/37 um 19:40 von Donauwörth nach Nördlingen verkehrt nun nur noch Freitags.

Quelle: Amtlicher Taschenfahrplan Schwaben-Allgäu Sommer 1972.

Ab Winter 1972/73 verkehrt Kurs 1244 (bisher Fr und So 21:36 ab Gunzenhausen) Freitags 10 Minuten früher, ebenso sein Vorurs ab Nördlingen, was jedoch im Winter 1973/74 wieder zu einer einheitlichen Zeitlage zusammengeführt wird.

Ein neuer Teilverkehr wird ab Sommer 1974 im Rahmen der Linie 8831 angeboten, im Abschnitt Groß Sorheim bzw. Klein Sorheim – Nördlingen und zurück werden nun Fahrten zur Schulstandort Nördlingen angeboten, vermutlich wurde hier ein Schulverkehr in dien Linienverkehr integriert. Morgens verkehrt Kurs 1255V nach Nördlingen, an Schultagen beginnt er in Klein Sorheim, Samstags bereits in Groß Sorheim., Mittags verkehrt Kurs 1272 um 12:50 von Nördlingen nach Groß Sorheim an Schul- und Samstagen, um 17:25 gibt es sogar eine Fahrt an Mo-Fr von Nördlingen nach Groß Sorheim, die somit auch im Berufsverkehr genutzt werden kann. Bedient wird in Klein Sorheim und Groß Sorheim jeweils nur die Haltestelle „Abzw B 25“ weit außerhalb des Ortes (Link zur Karte)

Quelle: Amtlicher Taschenfahrplan Schwaben-Allgäu Sommer 1974.

Im Sommer 1975 wird eine eigentlich längst überfällige Auftrennung in zwei Linien vorgenommen, der Nordabschnitt Nördlingen-Gunzenhausen wird nun als eigenständige Linie 8830 separat veröffentlicht und soll ein ander Mal in einem separaten Artikel weiter betrachtet werden.. Der Südabschnitt Donauwörth-Nördlingen firmiert weiter unter 8831.

In diesem Zusammenhang gibt es auch eine Vielzahl zusätzlich veröffentlichter Fahrten, da mehrere Züge verkraftet wurden. Neu sind:

  • Kurs 65 täglich 7:56 Donauwörth-Nördlingen
  • Kurs 64 täglich 9:40 Nördlingen-Donauwörth
  • Kurs 69 Sonn-und Feiertags 11:25 DON-NÖ
  • Kurs 70 Sonn- und Feiertags 12:40 NÖ-DON
  • Kurs 86 A 19:10 NÖ-DON
  • Kurs 87 A 20:10 DON-NÖ

Zudem gibt es bei den bestehenden Kursen mehrere Änderungen: Der bisher Werktags und Sonn- und Feiertags etwa 30 Minuten versetzt verkehrende Kurs W2/36 verkehrt als Kurs 90 nur noch Freitags (dann nun über Fünfstetten) und Sonn- und Feiertags. Ebenso verkehrt der Rückkurs 91 (bisher 1291) nur noch Freitags und Sonn- und Feiertags. Kurs 55V (die Morgenfahrt ab Groß/Klein Sorheim) verkehrt nur noch Samstags, an den anderen Tagen übernimmt offensichtlich der etwas früher aus Donauwörth kommende Kurs 1259 die Schulaufgaben mit.

Quelle: Amtlicher Taschenfahrplan Schwaben-Allgäu Sommer 1975.

Im Winter 1975/76 entfällt dann auch die freitägliche Fahrt von Nördlingen über Fünfstetten nach Donauwörth (Kurs 90). Zum Sommer 1976 werden zahlreiche weitere Kurse Harburg-Donauwörth und zurück veröffentlicht. Bei den Kursen Nördlingen-Donauwörth gibt es Einschränkungen bei den Verkehrstagen: Kurs 68 fährt Werktags statt täglich, Kurs 65 nur noch A statt täglich. Samstags gibt es einen Kurs 65 in 50 Minuten späterer Lage. Der freitägliche Kurs 93 Donauwörth-Harburg abends entfällt ebenfalls.

Quelle: Amtlicher Taschenfahrplan Scwhaben-Allgäu Sommer 1976.

In den nächsten Jahren gab es in mehreren kleinen Schritten wiederum Einschränkungen am Angebot – insbesondere Sonn- und Feiertags: Zum Sommer 1977 entfiel Kurs 69 Sonn- und Feiertags um 11:25 von Nördlingen nach Donauwörth und Folgekurs 70 um 12:38 wieder zurück, im Winter 1977/78 Kurs 93. Ab Sommer 1978 werden Schienenfahrausweise auf zahlreichen Kursen im Abschnitt Donauwörth-Harburg nicht mehr anerkannt (vermutlich wiederum die Kurse der Privatlinie der Fa. Osterreider Donauwörth-Harburg-Wemding, die mit veröffentlich wurden).

Quelle: Amtlicher Taschenfahrplan Schwaben-Allgäu Sommer 1980.

Zum Winterfahrplan 1978/79 entfallen drei Sonntagskurse Donauwörth-Harburg, wovon einer im Sommer 1979 wieder erscheint, zu diesem Termin entfällt dafür aber Kurs 71, ein Schulverstärker Donauwörth-Harburg. Ab Winter 1979/80 wird der Samstagskurs morgens ab Groß Sorheim nur noch Samstags an Schultagen durchgeführt.

Quelle: Amtlicher Taschenfahrplan Schwaben-Allgäu Sommer 1980.

Zusammenfassend sind die 1970er-Jahre für die Buslinie 8831 im Wörnitztal zwischen Donauwörth und Nördlingen eher Jahre des Aufschwungs. Durch die Verkraftung einzelner Zugfahrten, die Integration der Fahrten der Privatlinie und des Schulverkehrs ab Groß Sorheim erhalten die nicht von der Bahn bedienten Orte ein nutzbares Busangebot, wenn auch bald wieder zumindest Sonn- und Feiertags der Rotstift regiert.

In Teil 3 geht es dann demnächst um die 1980er.

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