Der Alpen-Expreß: München-Rom 1981-1988 (Teil 5 – Ende)

Von Markus Egger

1981 endete die Ära des Alpen-Expreß als richtiger Langstreckenzug durch halb Europa. Der Zug wurde auf den Laufweg München-Rom eingekürzt und war damit ein reiner Tageszug mit morgendlicher Abfahrt an jedem Ende und Ankunft am Abend am anderen Ende des Laufwegs. Immerhin wurden noch Kurswagen Hamburg-Rom und Hamburg-Venedig angeboten. Aus Dänemark kam man nun aber nicht mehr umsteigefrei in den Alpen-Express. Im Abschnitt Hamburg-München wurde als Ersatz für den Alpen-Express ein neuer innerdeutscher Nachtschnellzug D 789/788 eingelegt, der in München bahnsteiggleichen Anschluss an D 281/280 bot. Die Kurswagen Hamburg-Rom und Hamburg-Venedig liefen jedoch nördlich München im bereits seit vielen Jahren bestehenden D 881/880. Der Alpen-Express wird in diesem Zuge komfortmäßig aufgewertet und verkehrt nun mit klimatisierten Wagen.

Quelle: DB-Kursbuchbeilage: Was ist neu? Was ändert sich? Sommer 1981. Zur Verfügung gestellt von Ulrich Brandl.

Auch der Fahrplan südlich München wurde etwas überarbeitet, es gibt nun im Sommer und Winter die gleiche Haltepolitik, d.h. auch im Somemr werden nun viele Halte in Tirol und Südtriol bedient. Südlich Verona ist die Haltepolitik weiterhin sehr richtungsabhängig: Südwärts hält D 281 in Bologna, Firenze, Arezzo, Chiusi-Chianciano Terme und Orte, Nordwärts hält D 280 nur in Firenze und Bologna, aber dafür in Ostiglia und Nogara.

Datengrundlage: Amtliches Kursbuch Winter 1981/82.

Für den Sommer 1982 liegt der Zugbildungsplan der DB vor. Der D 281/280 „Alpen-Express“ wird nun fast ausschließlich aus klimatisierten Wagen der FS gebildet, einzig den Avmz München-Rom stellt noch die DB, sogar den Gepäckwagen stellt erstmals die FS.

Quelle: Zugbildungsplan der DB 1982. Zur verfügung gestellt von Oliver Ertl.

Der Sommerfahrplan 1983 weist gegenüber den Vorjahren nur Veränderungen im Minutenbereich vor.

Datengrundlage: Amtliches Kursbuch Sommer 1983.

1984 wurde der Zug jedoch bereits wieder erheblich umgestaltet. Durch Eröffnung weiterer Schnellfahrabschnitte in Italien konnte die Reisezeit je nach Richtung um ca. 40-60 Minuten verkürzt werden. Diese Beschelunigung fallen jedoch alle Kurswagenverbindungen zum Opfer.

Quelle: DB-Kursbuch 1984. Zur Verfügung gestellt von Ulrich Brandl.

Der Beschleunigung fällt der Halt in Rosenheim südwärts, in Jenbach in beide Richtungen, in Vipiteno/Sterzing nordwärts sowie in Chiusa/Klausen und Ora/Auer in beide Richtungen zum Opfer.

Datengrundlage: Kursbuch Sommer 1984.

Der nächste Schritt der Beschleunigung konnte 1986 erzielt werden, es konnten nochmals etwa 20 Minuten Zeit eingespart werden, die zu Gunsten einer früheren Ankunft in Rom und späteren Abfahrt dort eingesetzt wurden.

Datengrundlage: Kursbuch 1986.

Der Zugbildungsplan für das Zugpaar zeigt, dass nun auch der Erstklassblock München-Rom von der FS gestellt wird. Einzig einen saisonalen Verstärkungswagen Samstags südwärts und Sonntags nordwärts stellt die DB mit einem Bm. Über die Weihnachts- und Osterferien stellt die FS einen unklimatiserten Bm als Verstärkungswagen.

Quelle: Zugbildungsplan der DB 1986. Zur Verfügung gesteltl von Ulrich Brandl.

Letztmalig verkehrte der Alpen-Expreß im Fahrplanjahr 1987/88. Wie der im Projekt „Datenbank Fernverkehr“ hinterlegte Fahrplan zeigt, wurde erneut eine wesentliche Beschleunigung um fast eine Stunde erzielt.

1988 war dann aber endgültig Schluss für den Alpen-Expreß. Ein Jahr nach Einführung des Zugsystems „EuroCity“ entstand der neue EC 81/80 „Michelangelo“ Nürnberg-Rom, der südlich München in etwa der Fahrlage des „Alpen-Expreß“, aber nochmals deutlich bnecshleunigt verkehrte und zwischen Nürnberg und München die Aufgaben eines bisherigen Berufsverkehrs-IC übernahm. Der NBordwärts fahrende EC 80 endete jedoch bereits in München, die Wagengarnitur verkehrte jedoch als IC 880 weiter nach Nürnberg.

Die Zugnummer D 281/280 war im Fahrplanjahr 1988/89 unbesetzt, ab 1989 erbte diese ein D-Zug München-Verona, der jedoch in deutlich früherer Fahrlage verkehrte und ein ander Mal das Thema einer Fahrplangeschichte sein soll.

Offene Fragen und Möglichkeiten zur Mithilfe:

  • Bespannungsangaben
  • ergänzende Zugbildungspläne
  • „Was ist neu?“ 1984 nennt einen Kurswagen nach Meran, den ich bisher nicht dem D 281/280 zuordnen kann, kann hier jemand aufklären?
  • Ergänzende Fahrplanangaben
  • Erinnerungen, Fotos, …

Vielen Dank an Ulrich Brandl und Oliver Ertl  für die zahlreichen Unterlagen und Informationen.

Stand: 22.6.2014

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