Reisebericht: Kreative An- und Abreise zum Arlberg

Von Markus Egger

Schönes Spätsommerwetter hat eingeladen, nochmal einen schönen Reisetag mit dem ÖPNV zu machen. Schon lange geplant war eine kleine Pässefahrt in den Alpen, die insbesondere den herrlichen Flexenpass beinhalten sollte. Los gings morgens noch im nebligen heimatlichen Inningen um 7:26 Uhr in der RB 57892 Augsburg-Schwabmünchen.

Eine Erscheinung im Nebel – Mein Desiro auf dem Weg nach Schwabmünchen. 642 082 ist seit Ablieferung ununterbrochen in Kempten zu Hause. Alle Fotos wenn nicht anders vermerkt: Markus Egger.

In Schwabmünchen hieß es dann auf die schnellere, meinem Zug folgende RB 57548 Augsburg-Memmingen umzusteigen.

Morgens Viertel vor 8 im Nebel in Schwabmünchen: Keine Erscheinung, sondern nur ein S315 UL von Stuhler, im Einsatz auf der RBA-Linie 700 Schwabmünchen-Augsburg.

Hier kommt der nächste Desiro aus dem Nebel: RB 57548 Augsburg-Memmingen – entgegen seiner Einstufung als RB hat der Zug von Augsburg bis Bobingen RE gespielt und nicht gehalten. Für mich geht’s nur eine Station weiter bis Buchloe. 642 010 hat seine Karriere in Erfurt begonnen und ist seit 2013 ein Allgäuer.

In Buchloe stand eine kleine Kaffeepause an, bis mein Mitreisender aus München zu mir stoßen konnte. Diese Kaffeepause ermöglicht den Blick auf 335 033, die am Schluss eines Güterzuges Richtung Mindelheim im Nebel entschwindet.

335 033 hat schon stramme 46 Jahre auf dem Buckel (Ablieferung 1968). In Bayern ist sie schon ziemlich rumgekommen: Mühldorf, Ingolstadt, Kempten – weiter weg hat sie sich noch nicht getraut.

Bald läuft dann auf Gleis 4 RE 57504 München-Füssen ein – das erste Highlight des Tages.

Freude bei den Reisenden kam beim Klang am Bahnsteig auf – 218 486 hat noch einen TB11-Motor und befriedigt so die schon abgespeicherten Erinnerungen, wie eine 218 klingen muss. Die ersten 30 Jahre Ihrer Karriere war die Dame in Lübeck zu Hause, seit 2008 ist sie im Allgäu.

Hinter Buchloe zeigt sich dann endlich das erwartete Spätsommerwetter, so gibt es eine herrliche Fahrt über die schöne Nebenbahn auf die Berge zu am offenen Fenster zu genießen!

Nach Ankunft in Füssen wartete am Bahnhofsvorplatz schon ein S315UL der RVA auf uns, der uns als Linie 74 über die Grenze nach Vils in Tirol an der Außerfernbahn bringen sollte.

Hier ist OA-RV 168 schon in Vils angekommen und die Fahrgäste streben zum Bahnsteig. Am Bahnhof Vils scheint die Zeit stehen geblieben zu sein…

Nach einiger Wartezeit kommt 642 213 als RB 5477 Kempten-Reutte des Weges. Der Bahnhof Vils in Tirol ist örtlich mit einem Fahrdienstleiter besetzt – Ausfahrsignale gibt es nicht, nur Einfahrsignale.

642 213 ist seit seiner Ablieferung 2002 in Kempten zu Hause.

Von Reutte aus betreibt der ÖBB-Postbus die Linie 4268, die tief ins Lechtal hineinführt. Der Fahrplan ist stark Jahreszeit abhängig: In der Sommersaison führt die Linie von Reutte über Warth nach Lech am Arlberg, in der Zwischensaison fährt man nur bis Warth und mit deutlich ausgedünntem Fahrplan, in der Wintersaison ist dann wieder mehr los, es geht über Warth noch weiter bis in einige Skigebiete. Der Abschnitt Warth-Lech wird nur in der Sommersaison betrieben, denn diese Straße ist nicht lawinensicher und deshalb jeden Winter bis in den Mai hinein gesperrt. Lech am Arlberg ist in dieser Zeit nur vom Arlberg aus auf der Straße zu erreichen. Dementsprechend lässt sich die von uns ausgewählte Anreise zum Arlberg nur im Sommer so durchführen.

Unser gewählter Kurs der Linie 4268 fährt als einziger nur an Schultagen in Tirol und nur bis Elbigenalp, dort besteht sofort Anschluss an einen täglichen Kurs. Eingesetzt war am Reisetag ein Citaro, der jedoch durchgehend beschildert war bis Lech.

In Elbigenalp wartet schon ein S315UL des ÖBB-Postbus auf uns, der uns zusammen mit diversen Schulkindern noch weiter das Lechtal hinauf bis Lech am Arlberg führen wird.

Spätestens im Abschnitt zwischen Warth und Lech wird klar, dass wir uns in den Hochalpen befinden. Die Streckenführung wieder immer gewundener, die Straße immer schmaler.

In Lech bestand dann Zeit für eine 90-minütige Mittagspause, sehr angenehm in der klaren Luft auf gut 1.400m ü NN! Zwischen Warth und Lech hatten wir auch die Grenze von Tirol nach Vorarlberg überschritten, weshalb uns auch ab Lech die Linie 92 des VVV weiterbeförderte – aber gleich wieder zurück über die Grenze nach St. Anton am Arlberg, das schon wieder in Tirol liegt. Hier kam ein Mercedes Intouro aus türkischer Produktion zum Einsatz.

Ab Lech geht es zunächst noch bis hinter Zürs den Berg hoch auf den Flexenpass, auf dem dann in gut 1.700m Meereshöhe die Wasserscheide zwischen Inn und Lech überquert wird. Der Abstieg vom Flexenpass zum Arlbergpass ist dann eine ingenieurstechnische Meisterleistung und ein absolutes Erlebnis. Die hier in den Stein gehauenen Galerien sind ein großes Spektakel, die Ausblicke fantastisch!

Das „schlimmste“ ist geschafft – Blick vom Bus zurück Richtung Flexenpass und die eben noch durchfahrenen Galerien.

Von St. Anton aus brachte uns dann ein Railjet ein paar Kilometer weiter bis zum Bahnhof Landeck-Zams.

Ankunft in Landeck-Zams.

Als Rückweg vom Arlbergpass Richtung Deutschland wurde wieder eine Passfahrt gewählt. Die Linie Postbus-Linie 4206 führt von Landeck über Imst nach Nassereith, wo die Linie 4250 Anschluss über den Fernpass nach Ehrwald bietet und noch weiter nach Reutte verkehrt. Der erste Abschnitt der Linie 4206 führt noch im Inntal entlang der Bahn bis Imst. Der Bus übernimmt hier die Feinerschließung der nicht (mehr) von der Arlbergbahn erschlossenen Orte, zudem liegt der Ort Imst selber relativ weit entfernt vom Bahnhof.

Ein weiterer Mercedes Intouro brachte uns bis Imst.

Den Anschlussbus von Imst nach Nassereith bildete wieder ein Citaro, hier bereits bei der Ankunft in Nassereith.

Von Nassereith bis Reutte war dann zur „Abwechslung“ mal ein Integro aus dem Hause Mercedes-Benz eingeteilt.

Nassereith war seit jeher eine wichtige Station für den Nord-Süd-Verkehr über den Fernpass. Auch wenn es den Ort damals noch nicht gab, so führt über den Fernpass auch die Via Claudia Augusta über die Alpen. Für uns ergab sich beim Umsteigen immerhin ein kleiner Blick auf den Ortskern und die umgebenden Berge.

Bald nach der Passhöhe kommt dann auch die Zugspitze ins Blickfeld, die eindeutig als höchster Gipfel von dem umstehenden Bergen hervorsticht und das Panorama prägt.

Leider etwas wolkenverhangen – die Zugspitze vom Bahnsteig in Ehrwald aus gesehen.

In Ehrwald Zugspitzbahn besteigen wir dann RB 5527 Reutte-Garmisch, der von 425 144 gebildet wurde, der schon seit der Abnahme 2003 Oberbayern „unsicher macht“ – eigentlich aber schon von der Außerfernbahn verschwunden wäre, wenn, ja wenn, schon genügend Talent2 ausgeliefert wären. Mit eben so einem Talent2 ging es dann ab Garmisch-Partenkirchen weiter, ich verließ in Weilheim meinen Mitreisenden, nahm die BRB nach Augsburg und kehrte so mit vielen schönen Eindrücken aus den Bergen nach Hause zurück!

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