Der sommerliche D 170/169 Köln-Innsbruck Ende der 1950er

Von Markus Egger

Link zum Vorgänger: Kurswagen nach Garmisch ca. 1949-1955

Mitte der 1950er-Jahre war zumindest in der Sommersaison das Reisebedürfnis wieder so stark geworden, dass aus der bisherigen Kurswagenverbindung nun ein saisonierter durchgehender Sommerschnellzug Köln – Mittenwald wurde, der in der Hochsaison bis Innsbruck Hbf über die Karwendelbahn verlängert wurde.

S56_D170

Das Zugpaar nahm dabei den rechtsrheinischen Weg mit Zwischenhalten in Beuel, Neuwied und Niederlahnstein sowie Wiesbaden Hbf, ab dort ging es quasi zwischen Mainz und Frankfurt hindurch direkt nach Darmstadt Hbf, weiter über die Bergstraße und Heidelberg nach Stuttgart, dann auf klassischem Weg nach Augsburg, ab dort wie gehabt auf der Ammerseebahn nach Weilheim und weiter auf der Karwendelbahn. In Augsburg war dabei Kurswagentausch mit D 188/187 Hamburg-Berchtesgaden, so dass sowohl von Köln als auch Hamburg aus Direktverbindungen in zwei beliebte bayerische Urlaubsregionen angeboten werden konnten. In Geislingen (Steige) bestand südwärts ein Verkehrshalt, während die Schiebelok angesetzt wurde. Ab Augsburg kamen dann auch kleinere Orte wie Schondorf oder Klais zu Schnellzugehren.

Liegewagen wurden in den Relationen Köln – Garmisch-Partenkirchen und Köln – Berchtesgaden Hbf angeboten, zudem gab es einen Schlafwagen Köln – Berchtesgaden. Die Kurswagen Hamburg – Mittenwald/Innsbruck waren dagegen nur Sitzwagen.

Die im wesentlichen gleiche Fahrplanregelung galt dann wieder im Sommer 1957 (in den Winterfahrplänen gab es das Zugpaar damals noch nicht). Allerdings gab es den Schlafwagen nun nicht mehr.

S57_D170

Für 1958 ist die Bespannung des Zugpaares zwischen Köln und Wiesbaden mit 03 des Bw Köln Bbf überliefert. In späteren Jahren lief zwischen Augsburg und Stuttgart eine Augsburger E17 am Zug, ich vermute dass dies auch in den 1950ern schon so gewesen sein dürfte.

Spätestens zum Sommer 1960 war dann die gegenüber dem Hauptzug eingeschränkte Verkehrszeit im Abschnitt Mittenwald – Innsbruck aufgegeben wurden und D 170/169 verkehrte einheitlich von Mitte Juli bis Anfang September. Zudem war durch die abgeschlossene Elektrifizierung am Rhein eine deutliche Beschelunigung möglich geworden.

S60_D170

Die Bundesbahn bewarb das Angebot in IHrem Kursbuch damals auch als „neu“, obwohl es bereits in den Vorsommern verkehrt war, ebenso wurde es in der Broschüre „Nachts auf den Schienen“ als Direktverbindung in die bayerischen Alpen beworben.

Sommer 1960-Nachts auf Schienen D 170

Quelle: Broschüre „Nachts auf den Schienen“ 1960. Zur Verfügung gestellt von Ulrich Brandl.

Was ist neu-Sommer 1960

Quelle: Amtliches Kursbuch Sommer 1960. Zur Verfügung gestellt von Ulrich Brandl.

Ab 1962 schaffte unser Zug es dann zu einer ganzjährigen (saisonierten) Verbindung, vorher werden wir nächstes mal einen kurzen Blick darauf werfen, was es im Winter in den späten 1950ern gab.

Vielen Dank an DSO-User OZL-Lokd. für die Laufplaninfos.

 

Offene Fragen und Möglichkeiten zur Mithilfe:

  • Zugbildungspläne
  • Weitere Bespannungsangaben
  • Fotos, Berichte, etc.

Stand: 4.6.16

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Zug abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s